Getreidepreise unter Druck
Arabica steigt deutlich, Kakao gut behauptetAm oberen Ende der Performanceskala ragten in der letzten Woche die Futures für Arabica Kaffee (7,5%), Baumwolle (4,9%) und Sojabohnen (4,2%) hervor (allerdings Welten vom Natural Gas Future mit weit über 25% entfernt). Bei nur vier Rohstoff Futures mit negativem Vorzeichen war Getreide am unteren Ende mit Weizen (-2,1%) und Mais (-0,6%) erneut überdimensional betroffen – der erhebliche Performance Nachteil gegenüber den Softs bleibt erhalten.

Deutliche regionale Unterschiede für die Kaffeeernte
In Tansania, dem viertgrößten Kaffeeproduzenten Afrikas, soll das Erntejahr 2009/2010 (von Mai bis April) einen Rückgang von ca. 62.000 Tonnen auf 50.000 - 55.000 Tonnen (Arabica und Robusta) bringen, wobei das "Tanzania Coffee Board" (TCB) eine überdurchschnittliche Qualität erwartet. Aus Indonesien, dem zweitgrößten Robusta Produzenten Asiens nach Vietnam, werden sogar Lieferprobleme und entsprechend hohe Aufschläge auf die Londoner Futures Preise gemeldet. Man fürchtet, dass die Kaffeeröster sich bei anhaltenden Engpässen nach Vietnam orientieren könnten, wo die Sorte Robusta mit einem Abschlag gegenüber London angeboten wird. Trotzdem wird in Indonesien insgesamt ein Produktionsanstieg um 3% erwartet. Nach der eher ruhigen Periode im Juli und August werden mit der Intensivierung des Kaffeehandels aus Brasilien dagegen Qualitätsprobleme gemeldet, die hochwertigen Sorten seien zu 30% beschädigt.

Die Nachricht, der Staat wolle die Preise stützen und Überangebot aufnehmen, sorgt dafür, dass die Farmer ihre Produktion teilweise zurück halten und Verkäufe zeitlich schieben. Und in Costa Rica, bekannt als Produzent sehr hochwertiger Kaffeesorten, wird eine Steigerung der Ernte um 7% auf ca. 1,7 Mio. Säcke à 60 kg erwartet. Aus globaler Perspektive dürften Angebotsengpässe eher im Hochpreissegment drohen, während die Lage bei Robusta nur kurzfristig verspannt ist.

Sonderbewegungen bei Mais und O-Saft
Nach Frostgerüchten für die USA handelte der Mais Future am Dienstag "limit-up" (inzwischen komplett beruhigt) und der O-Saft Future stieg im Wochenverlauf in die Widerstände bei knapp 105 USc (Wochenperformance über 15%!). Die USDA meldet einen Rückgang der Orangenbäume im Florida (3/4 der US-Produktion) um gut 1% im Jahresvergleich, was sowohl an der reduzierten Anbaufläche als auch an "citrus greening", einer für die Bäume tödlichen bakteriellen Infektionskrankheit, liege, die sich seit 2005 ausbreitet.
© Manfred Wolter
Commodity Analyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
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