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Das war 2017 ...

21.12.2017 | 9:45 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

An den Energiemärkten brauchten Marktteilnehmer 2017 deutlich mehr Nerven als es der Anstieg des S&P GSCI Spotindex für Energieträger von gut 7% gegenüber Jahresbeginn nahelegt. Denn dahinter verbergen sich heftige Ausschläge und eine starke Spreizung. Die Ölpreise rutschten beispielsweise trotz einer von Anfang an disziplinierten Umsetzung des Kürzungsabkommens zur Jahresmitte zunächst auf ein 6-Monatstief. Als dann der Lagerabbau Fahrt aufnahm, legte der Brentölpreis aber um über 40% auf ein 2½-Jahreshoch von rund 65 USD je Barrel zu.

Brentöl beschließt das Jahr wohl mit einem Plus von deutlich mehr als 10%, für WTI steht aufgrund der logistischen Engpässe infolge der überraschend (starken) zweiten Blüte von Schieferöl ein kleineres Plus von 8% zu Buche. Kohle hatte sich bis zum Frühjahr deutlich verbilligt, kostet aber zum Jahresende ebenfalls gut 10% mehr als zu -beginn bzw. so viel wie zuletzt vor fünf Jahren.

"Verlierer" des Jahres, nicht nur im Energiesektor, ist US-Erdgas. Teils den hohen Vorjahrespreisen geschuldet ist Henry Hub heute fast 30% billiger als vor einem Jahr. Maßgeblich ist auch hier die rasante Erholung der Schiefergasproduktion. Neue Absatzperspektiven im Ausland verhindern ein noch stärkeres Abrutschen der Preise.

"Spitzenreiter" im Energiekomplex ist - wenngleich etwas artfremd - CO2. Vor allem dank der Einigung über die Reform der 4. Handelsperiode haben die Preise im EU-Emissionshandel knapp 20% zugelegt. Und obwohl der Preisanstieg hier am stärksten ausfiel, erachten wir das Preisniveau nachhaltiger als am Öl- und am Kohlemarkt.



Edelmetalle

Gold startete mit deutlichen Zuwächsen in das Jahr 2017. Preistreibend war die politische Unsicherheit nach dem Amtsantritt von US-Präsident Trump und im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Nach einer Phase der Konsolidierung erfolgte im Spätsommer ein weiterer Anstieg auf knapp 1.360 USD je Feinunze (+18% seit Jahresbeginn). Dieser wurde maßgeblich durch die Abwertung des US-Dollar getrieben, der unter der Unberechenbarkeit von Trump und nachlassenden Fed-Zinserhöhungserwartungen litt.

Der Höhenflug der Aktienmärkte auf immer neue Rekordstände und die sich abzeichnende US-Steuerreform ließen das Interesse an Gold im Herbst schwinden. Gold gab daraufhin einen Teil der Gewinne wieder ab und liegt nur noch ca. 10% im Plus. In Euro gerechnet notiert Gold sogar etwas niedriger als zu Jahresbeginn.

Silber stieg zunächst stärker als Gold, geriet dann aber auch umso stärker unter Druck. Seit Jahresmitte hinkt Silber Gold hinterher, was sich am deutlich gestiegen Gold/Silber-Verhältnis zeigt.

Palladium ist in diesem Jahr der Überflieger schlechthin. Mit einem Plus von mehr als 50% auf ein 17-Jahreshoch von knapp 1.040 USD je Feinunze lässt Palladium nicht nur die anderen Edelmetalle, sondern auch alle von uns beobachteten Rohstoffe deutlich hinter sich. Treiber ist die robuste Nachfrage nach Autos mit Benzinmotoren, die durch den Dieselskandal nochmals verstärkt wurde.

Unter dieser Entwicklung hatte Platin zu leiden, das im Dezember auf ein 22-Monatstief von gut 870 USD je Feinunze fiel. Seit Ende September ist Palladium teurer als Platin, was zuletzt im Jahr 2001 der Fall war.


Industriemetalle

Für die Industriemetalle geht ein turbulentes Jahr zu Ende. Nach einer kurzen Schwächephase hat der LME-Industriemetallindex (LMEX) zuletzt seine Verluste zum Großteil aufgeholt und notiert wieder in der Nähe seines Mitte Oktober verzeichneten 4½-Jahreshochs. Seit Jahresbeginn ist der LMEX um 24% gestiegen. Die Metallpreise haben vor allem seit Jahresmitte die Raketen gezündet. Wesentliche Preistreiber waren gute Konjunkturdaten in den wichtigsten Konsumentenländern/-regionen für Metalle, wobei vor allem China positiv überraschte.

Daneben traf eine hohe Nachfrage an vielen Märkten auf ein zu knappes Angebot. Darüber hinaus sind der Risikoappetit der Marktteilnehmer und das spekulative Interesse gestiegen, was den Preisen zusätzlichen Auftrieb verlieh. Ebenso hatten "runde" Marken anscheinend magische Anziehungskraft: Bei Kupfer zum Beispiel erst 6.000 USD, später 7.000 USD, bei Aluminium 2.000 USD, und bei Zink 3.000 USD je Tonne.

Für die Auszeichnung als "bestes" Industriemetall im Jahr 2017 liefern sich bis zuletzt Kupfer, Aluminium, Blei und Zink ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Sie weisen Gewinne von durchschnittlich 26% auf. Als äußerst schwankungsfreudig erwies sich einmal mehr Nickel: Es bewegte sich im Jahresverlauf zwischen 8.700 USD und 13.000 USD je Tonne. Ende Oktober stieg der Nickelpreis innerhalb eines Tages sogar um knapp 9%. Ein Metall stach allerdings negativ hervor: Zinn. Als Einziges weist es in diesem Jahr einen Verlust auf.


Agrarrohstoffe

Das Jahr 2017 kennt bei den von uns beobachteten Agrarpreisen fast nur Verlierer. Eine Ausnahme ist Baumwolle, die trotz steigender Lagerbestände außerhalb Chinas gegenüber dem Jahresbeginn 7% im Plus liegt. Zwar notiert Weizen marginal höher als Anfang 2017. Nachdem die Trockenheit in wichtigen US-Anbaugebieten im Frühsommer den Preis stark steigen ließ, schmolzen die Gewinne in der zweiten Jahreshälfte wegen der sehr üppigen Versorgungslage aber wieder dahin.

Mais vollzog die Bewegungen bei Weizen in abgeschwächter Form nach und liegt leicht unter dem Jahreseinstandsniveau. Etwa zur gleichen Zeit, als Weizen im Sommer 35% höher notierte als zu Jahresbeginn, markierte der Rohzuckerpreis ein ebenso hohes Minus und damit seinen Jahrestiefstand. Zwar hat er sich davon bis Ende November etwas entfernt. Seither drücken die hohen Prognosen insbesondere für die Produktion in Indien und der EU aber wieder auf den Preis. Mit einem Minus von 25% hält Zucker die rote Laterne.

Auch die Kaffeepreise mussten 2017 kräftig Federn lassen (Arabica minus 10%, Robusta minus 20%). Hier hinterlassen die Aussichten auf eine hohe brasilianische und vietnamesische Ernte ihre Spuren. Kakao weist wegen einer Rekordernte in Westafrika seit Jahresbeginn ein Minus von gut 9% auf, Sojabohnen aufgrund von Rekordernten in den USA und Brasilien ein Minus von 4%. Von Knappheit kann auf keinem der Märkte die Rede sein. Unsere Sicht auf 2018 finden Sie in "Rohstoffe kompakt: Ausblick 2018" vom 6. Dezember.


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