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Rohöl - Angst vor Nachfrage-Einbruch im Reich der Mitte berechtigt?

06.08.2015  |  Marc Nitzsche (Rohstoff-Trader)

Nachdem sich das schwarze Gold zwischen Mitte Januar und Anfang Mai dieses Jahres signifikant verteuerte, schalteten die Preise im Anschluss erneut in den Rückwärtsgang, wobei sich die Abwärts-Dynamik im letzten Monat massiv verstärkte. Mitverantwortlich für die kräftigen Rücksetzer der Öl-Notierungen war unzweifelhaft der mehrfache Einbruch der chinesischen Aktien-Märkte, weil dadurch die Sorge vor einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft und einer damit einhergehenden kollabierenden Öl-Nachfrage geschürt wurde. Aber haben solche Ängste wirklich Hand und Fuß?


Bislang keine entsprechenden Anhalts-Punkte!

In diesem Zusammenhang muss zunächst angemerkt werden, dass Chinas implizierter Bedarf an Öl-Produkten in den ersten sechs Monaten 2015 auf Jahres-Sicht um 6,6 Prozent von 9,89 auf 10,48 Millionen Barrel pro Tag in die Höhe schnellte. Die direkte Erdöl-Nachfrage erreichte im Juni unerwartet hohe 11,6 Millionen Barrel täglich bei einem Raffinerie-Durchsatz von 10,6 Millionen Fässern, was auf den Aufbau strategischer Reserven zurückzuführen ist.


Sorgen sehr wahrscheinlich maßlos übertrieben!

Da die Chinesen die Gunst des preiswerten Öls voraussichtlich nutzen werden, um die Bestände weiter hochzufahren, sollte die Nachfrage trotz eines geringeren Wachstums bei den Auto-Verkäufen zumindest solide bleiben. Dies gilt umso mehr, als Peking alles in seiner Macht stehende unternimmt, um das wirtschaftliche Wachstum anzukurbeln. Über kurz oder lang werden diese stimulierenden Maßnahmen ihre Wirkung nicht verfehlen. Daher dürfte Chinas Wirtschaft um rund sieben Prozent wachsen und der Öl-Bedarf stabil bleiben.


© Marc Nitzsche
Chefredakteur Rohstoff-Trader



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