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CRB Index + S&P GSCI Commodity Index

15.12.2008  |  Jens Rabe

In den Rohstoffindizes kam es in der abgelaufenen Woche nach den sehr starken Einbrüchen der Vorwoche zu einer Erholung. Die Erholungen fielen mit 6,8% (CRB) bzw. sogar 12,9% (GSCI) recht deutlich aus. Der stärke Anstieg des GSCI ist dabei auf die hohe Gewichtung der Energiefutures zurückzuführen. Crude Oil konnte immerhin um 11,6% ansteigen, Benzin (RBOB) legte um 17,5% zu und auch Heizöl konnte um ca. 4% zulegen. Beide Rohstoffindizes zeigen allerdings weiterhin keine Umkehrsignale an, bislang handelt es sich lediglich um Erholungen im übergeordneten Abwärtstrend.

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In langfristigen Charts sieht man die enorme Gewinnvernichtung innerhalb der letzten Monate. Im CRB lösten sich alle Gewinne der Jahre 2006, 2007 und 2008 innerhalb von nur 6 Monaten in Luft auf. 1 USD, im Jahr 2002 in den CRB investiert ist zwar immer noch 1,80 USD wert, vor 6 Monaten waren aus diesem 1 USD aber auch schon einmal 3,20 USD geworden. Noch dramatischer ist die Situation beim energielastigen GSCI. 1 USD, im Januar 2002 investiert, erreichte im Juli 2008 einen Wert von 5,28 USD. Aktuell beträgt der Wert eines solchen Investments wieder „nur“ 2,10 USD. Und wir wissen doch alle, dass die meisten Anleger nicht im Jahr 2002 eingestiegen sind, sondern wesentlich später. Die Masse der Anleger dürfte daher auf großen Verlusten sitzen.

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Historisch gibt es keinen Vergleich mit der aktuellen Situation. Eins dürfte aber klar sein, eine Trendwende und der Beginn eines neuen Bullenmarktes dürfte sehr viel Zeit beanspruchen. Die kommenden Wochen und Monate dürften (optimistisch gesehen) von einer volatilen Bodenbildungs-Phase gekennzeichnet sein. Ist man allerdings der Meinung, dass die Aktienmärkte in den kommenden Monaten noch einmal auf Talfahrt gehen werden, dann dürfte sich auch das Thema Bodenbildung bei den Rohstoffen erledigt haben. Ein erneutes Abfallen der Aktienmärkte würde eine weitere Verschlechterung der Realwirtschaft bedeuten und somit auch eine nochmals deutlich verringerte Nachfrage nach Rohstoffen. Volatil bleibt es wohl aber so oder so.





Cocoa (ICE)

Der einzige Markt, der sich nach unserer Interpretation weiter in einem Aufwärtstrend befindet ist Cocoa. Es liegt weiterhin eine Backwardation vor, das heißt die nahen Terminkontrakte kosten mehr als die entfernteren Kontrakte, was auf massive physische Nachfrage hindeutet.

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Im Chart haben sich mehrere steigende Hochs und Tiefs ausgebildet, was einen klassischen Aufwärtstrend entspricht.

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Unterstützung erhält der Markt derzeit von seinem saisonalen Muster, welches bis in den März hinein steigende Preise favorisiert.

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Kurzfristig erscheint der Markt zwar etwas überkauft, aber bei einer Backwardation sollte man diesem Umstand keine zu große Bedeutung beimessen. Solange die Backwardation besteht und das Umfeld (keine neuen Tiefs an den Aktienmärkten) freundlich bleibt, erscheinen uns höhere Preise in den kommenden Wochen wahrscheinlich. Ein erstes Preisziel welches wir in der letzten Woche an dieser Stelle genannt hatten (2389) wurde in dieser Woche erreicht, nächstes Preisziel sollten die 2500 sein.





EURO FX

Dem Euro gelang in dieser Woche der Ausbruch aus einem Dreieck nach oben. Gleichzeitig haben sich auch hier steigende Hochs und Tiefs ausgebildet, was einen Aufwärtstrend entspricht.

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Ein steigender EURO bzw. ein entsprechend fallender Dollar verbessert die Situation für viele der in US Dollar gehandelten Rohstoffe, weil dadurch die Nachfrage mehr in Richtung USA gelenkt wird. Aktuell sind viele Rohstoffe (Mais, Weizen, etc.) außerhalb der USA günstiger zu erwerben. Sehr viel (und billiges) Angebot kommt z.Bsp. derzeit aus den ehemaligen Sowjetstaaten auf den Markt und ein fallender US Dollar könnte wieder einige Käufer in die USA lenken. Gleichzeitig wäre ein fallender US Dollar durchaus im Interesse der Politik und der Notenbanken, da diese angestrengt versuchen den deflationären Prozess umzukehren. Ein wenig Inflation ist es, was sich derzeit die meisten Marktteilnehmer wünschen.

Die saisonalen Muster zeigen für den EURO eine sehr starke Phase in den letzten Tagen eines Jahres an, so dass auch von dieser Seite Unterstützung besteht.

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Der Ausbruch über die Marke von 1,31 brachte am Donnerstag reichlich Momentum in den Markt. Diese Marke sollte in den kommenden Tagen als Unterstützung diene. Wird an dieser Stelle gekauft und der EURO kann die 1,31 verteidigen, dann dürfte der nächste Schub nach oben schnell bis in den Bereich um 1,38/39 führen (das Tief aus dem September). Fällt dagegen die Marke von 1,31 sollten schnell weitere Verluste folgen.

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Im kurzfristigen Chart hat sich jetzt ein steigendes Dreieck gebildet, welches in der Regel nach unten aufgelöst werden sollte. Wir erwarten daher schon zu Beginn der Woche einen Test der 1,31 Marke. Erfolgt die Auflösung nach oben, wird sofort neues Momentum in den Markt kommen.

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Aufgrund der nach wie vor sehr hohen Volatilitäten in den Märkten, empfehlen wir ein äußerst vorsichtiges und behutsames Handeln in den Märkten. Viele Futuresmärkte sind derzeit nur mit stark risikoreduzierten Strategien und bei entsprechender Kontengröße handelbar.

Eine erfolgreiche Börsenwoche wünscht Ihnen


© Jens Rabe
www.pit-trader.com