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Gazprom drängt nach Italien

30.09.2008  |  Rainer Hahn

RTE Stuttgart - (www.rohstoffe-go.de) - Der russische Gaskonzern Gazprom gründet mit den italienischen Firmen A2A und Iride ein Joint Venture, um seinen Marktanteil um 40 Prozent zu steigern, berichtete am Montag die russische Wirtschaftszeitung RBC Daily.

Der Deal soll noch in diesem Jahr vollendet werden. Es soll vereinbart sein, dass Gazprom den Aufsichtsrat des gemeinsamen Unternehmens wählt, während A2A den Geschäftsführer stellt. Des weiteren wurde ein langfristiger Vertrag geschlossen, wonach Gazprom das Gemeinschaftsunternehmen mit Erdgas beliefern soll. In der ersten Etappe sind Gaslieferungen in einem Umfang von 900 Millionen Kubikmetern geplant, die aufgestockt werden können. Der Vertrag tritt schon am 1. Oktober 2008 in Kraft und ist bis 2022 befristet, mit einer Option auf Verlängerung des Vertrages um jeweils fünf Jahre.

Gazprom erhielt vor zwei Wochen die Erlaubnis der EU-Kommission gemeinsam mit Enia S.p.A. und der österreichischen Centrex Europe Energy & Gas AG den italienischen Energiehändler Enia Energia zu übernehmen. Das war ein weiterer Schritt in dem Bemühen des Konzerns die Präsenz auf dem italienischen Gasmarkt auszubauen.

Nun verschaffe sich Gazprom mit Hilfe des Joint Ventures mit A2A und Iride den direkten Zugang zu den italienischen Endverbrauchern, so Swetlana Sawschtschenko von der Beratungsfirma 2KAudit. Der italienische Markt sei wegen der deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegenden Erdgas-Verbraucherpreise sehr attraktiv. Derzeit verkaufe Gazprom nur rund zwei Milliarden Kubikmeter Gas an die italienischen Verbraucher. Durch das neue Gemeinschaftsunternehmen würde dieser Anteil am italienischen Markt um mehr als 40 Prozent steigen. Gazprom erhofft sich dadurch Mehreinnahmen in der Größenordnung von 35 bis 70 Millionen Dollar jährlich.