Aston Minerals Ltd.: Erst Gold, dann Nickel oder beides?
19.01.2022 | Hannes Huster (Goldreport)
Aston hatten wir im vergangenen Jahr einige Male besprochen, nachdem die Firma auf ihrem Edleston-Projekt in Kanada einige spektakuläre Gold-Treffer landen konnte:
Danach wurde es ruhig von der "Gold-Seite", was aber nicht daran lag, dass Aston Minerals kein weiteres Gold gefunden hat, sondern daran, dass man seit Monaten auf die Auswertung von über 80 abgeschlossenen Bohrungen wartet.
Diese Zeit hat man genutzt und die regionalen Ziele auf dem Projekt näher untersucht. Alte Datenbanken wurden analysiert und dabei ist man auf interessante Daten zu einem möglichen Nickel-Vorkommen gestoßen. Daraufhin wurde das Projekt mit den Basismethoden untersucht und man ist auf eine sehr große Anomalie gestoßen, die auf Nickel hindeutet.
Diese Anomalie hat man nun mit einigen ersten Bohrungen untersucht und es wurden sehr lange Nickel-Mineralisierungen mit Gehalten von 0,30% bis 0,50% Nickel (plus etwas Cobalt) entdeckt. Die allererste Bohrung zeigte 287 Meter mit 0,30% Nickel:
Die zweite Bohrung 144 Meter mit 0,38% Nickel inkl. 53,5 Meter mit 0,49% Nickel:
Heute dann die nächsten Resultate: Link. 282,5 Meter mit 0,43% Nickel, inkl. 163,5 Meter mit 0,52%. Die letzten 18 Meter der Bohrung dann mit 0,66% Nickel, endend in Nickelmineralisierung:
Nun einmal zur Einordnung, von was wir hier sprechen. Nickel steigt seit Monaten und stimmen die Vorhersagen der Analysten, dann wird der Bedarf für Nickel, getrieben durch die E-Autos, massiv steigen.
Nickel-Sulfid-Vorkommen sind die besten Vorkommen und es gibt die bekannten hochgradigen Nickelminen in Australien. Diese haben Gehalte von mehreren Prozent, sind aber volumenmäßig relativ klein.
Die grundsätzliche Frage ist, wie der Markt mit Nickel versorgt werden soll, wenn es nur wenig neue Projekte gibt.
Ich denke daher, dass es in den nächsten 5-10 Jahren einige neue Nickelminen geben muss. Der Markt wird sich über die Zeit von dem Gedanken verabschieden müssen, dass man >1% Nickel benötigt, um es profitabel abzubauen. Ähnlich wie es früher unmöglich erschienen ist, mit 0,8 g/t Gold wirtschaftlich zu arbeiten oder 0,60% Kupfer.
Nehmen wir 0,40% Nickel an, dann hat dieses Erz im Boden den gleichen Wert wie 1,6 g/t Gold oder 1% Kupfer.
Die 0,40% Nickel klingen also zunächst niedrig, sind aber vom Wert her nicht zu unterschätzen.
Nun muss man wissen, dass die Ausbeuten im Gold bzw. Kupfer in der Regel höher sind als bei Nickel. Insofern hinkt der Vergleich etwas, aber nicht komplett:
Es kommt also auf die Größe dieser Vorkommen an.
Ist ein Projekt groß genug, dann sollte es auch mit einem Nickelgehalt von 0,40% oder 0,50% profitabel sein. Sicherlich stehen dann große Baukosten auf der Gegenseite, doch die großen Produzenten werden derartige Projekt aus meiner Sicht in den nächsten Jahren händeringend suchen!
Die Anomalie von Aston wird aktuell auf 600 Meter Ausdehnung und auf eine Tiefe von 1.500 Metern geschätzt. Das ist das, was man aufgrund der IP-Untersuchungen feststellen konnte. Die Bohrungen bislang zeigen auch, dass die Gehalte mit der Tiefe zunehmen.
Aktuell wartet die Firma auf die Auswertung der Bohrung Nr. 075, die ein 730 Meter Intervall enthalten soll (Sichtproben) und die man auf satte 1.200 Meter verlängert:
Bislang durfte Aston nur von einem Drill-Pad aus bohren, da dies das einzige war, dass man zur Genehmigung beantragt hatte. Dies limitiert die Exploration noch, doch man ist bereits dabei, neue Drill-Pads zu beantragen:
Ein gutes Vergleichsunternehmen zu Aston ist die kanadische Firma Canada Nickel (TSX: CNC), die von dem uns sehr gut bekannten Mark Selby (ehemals RNC Minerals, Karora) geführt wird. Das Hauptprojekt der Firma Crawford hat einen Nickelgehalt von 0,32% und die Firma kommt auf einen Börsenwert von aktuell rund 330 Millionen CAD.
Das Projekt befindet sich ebenfalls in Ontario und nicht weit entfernt vom ASTON-Gebiet.
CRAWFORD ist etwas weiter fortgeschritten, allerdings sehen die Bohrergebnisse von ASTON bislang besser aus.
Fazit:
Jetzt habe ich mehr geschrieben, als ich eigentlich vorhatte. Im Grunde wollte ich Sie nur updaten, sollten sich bei Aston investiert sein bzw. die Aktie auf der Beobachtungsliste haben.
Aston kostet aktuell rund 120 Millionen AUD und scheint auf ein potenziell sehr großes Nickelprojekt gestoßen zu sein. Hinzu kommen die Goldvorkommen, die ich weiterhin für spannend erachte.
Lange Rede, kurzer Sinn. Ich denke, die Aktie ist eine sehr spannende Geschichte und der News-Flow sollte in den nächsten Tagen und Wochen sehr gut sein.
Spekulativ könnte die Aktie sicherlich 100% oder mehr laufen, wenn die Stimmung für Nickel gut bleibt und das Unternehmen weitere Treffer dieser Art liefert.
Die Aktie heute +19%.
© Hannes Huster
Quelle: Auszug aus dem Börsenbrief "Der Goldreport"
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