Barrick plant Abspaltung des Afrika-Geschäfts & dessen Fusion mit Endeavour Mining
15:30 Uhr | Redaktion
Der kanadische Bergbaugigant Barrick Mining plant eine fundamentale Umstrukturierung und erwägt, seine afrikanischen Goldminen in eine eigene, an der Londoner Börse notierte Gesellschaft auszugliedern. Wie aus Berichten von Reuters, Mining Digital und The Africa Report hervorgeht, steht dabei auch eine Fusion mit dem Konkurrenten Endeavour Mining im Raum. Das daraus entstehende, neue Unternehmen könnte einen Marktwert von rund 30 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Verhandlungen befinden sich derzeit noch in einem frühen Stadium, und keine der beteiligten Parteien hat sich bislang offiziell geäußert.
Hinter diesem strategischen Manöver unter der Führung des neuen CEO Mark Hill und des Vorsitzenden John Thornton steckt der gezielte Versuch, das Unternehmen von Regionen mit hohen politischen Risiken zu distanzieren. Insbesondere ein über ein Jahr andauernder, erbitterter Streit mit der Militärregierung in Mali über den Loulo-Gounkoto-Minenkomplex hatte die dortigen Abläufe massiv destabilisiert und letztlich auch zum Abgang des vorherigen CEOs Mark Bristow beigetragen. Neben den afrikanischen Aktivitäten will Barrick künftig generell Minen abstoßen, bei denen der Konzern keine Mehrheitskontrolle besitzt, wie etwa in Papua-Neuguinea.
Die Aufspaltung soll vor allem den sogenannten „Afrika-Abschlag“ an den Finanzmärkten korrigieren. Während nordamerikanische Bergbau-Assets aufgrund stabiler Rechtsstaaten an den Börsen mit einem Aufschlag gehandelt werden, strafen institutionelle Investoren afrikanische Vermögenswerte wegen unvorhersehbarer Verstaatlichungen, politischer Instabilität und Vertragsbrüchen finanziell ab – obwohl die Minen selbst, wie die Kibali-Mine im Kongo, hochgradig profitabel sind. Durch die Trennung entlastet Barrick sein nordamerikanisches Kernprodukt von diesem Risiko-Malus, während die neue Londoner Entität gezielt Investoren anspricht, die bewusst ein höheres Risiko-Rendite-Profil suchen.
Für den afrikanischen Bergbausektor und globale Konzerne wie Rio Tinto oder Glencore hat dieser Schritt Signalwirkung. Wenn Branchenriesen wie Barrick Gold ihre Konzernstrukturen anpassen, um politische Risiken radikal zu isolieren, schafft dies eine Blaupause, der andere Bergbauunternehmen folgen könnten. Gleichzeitig warnt die Bergbauindustrie davor, dass ein solcher Rückzug der Marktführer den Zugang zu internationalem Kapital für kleinere, afrikanische Explorationsfirmen massiv erschweren und den gesamten Wirtschaftssektor der betroffenen afrikanischen Nationen belasten könnte.
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