Ölpreise steigen; neue Feindseligkeiten im Nahen Osten flammen auf
08:00 Uhr | Redaktion
Die Ölpreise sind am Mittwoch im frühen Handel um mehr als 1% gestiegen, da die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten erneut eskaliert sind, berichtet Reuters. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 1,09% auf 97,05 US-Dollar pro Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 1,08% auf 94,77 US-Dollar zulegte. Damit erreichten beide wichtigen Rohöl-Referenzwerte den höchsten Stand seit einer Woche, angetrieben von Sorgen über mögliche Versorgungsengpässe in der Region.
Auslöser des Preisanstiegs waren neue militärische Konfrontationen im Persischen Golf. Nach Angaben des US-Militärs feuerte der Iran ballistische Raketen auf die Nachbarstaaten Kuwait und Bahrain ab, die ihre Ziele jedoch verfehlten oder abgefangen wurden. Das US-Zentralkommando reagierte prompt auf die Angriffe und flog Vergeltungsschläge gegen Stellungen auf der iranischen Insel Qeschm in der strategisch wichtigen Straße von Hormus.
Zusätzliche Unruhe stiften die stagnierenden Friedensgespräche zwischen Washington und Teheran, die einen Ausweg aus dem seit über drei Monaten andauernden Konflikt bringen sollten. Obwohl in der vergangenen Woche noch eine vorläufige Grundsatzvereinbarung zur Beendigung der Kämpfe erzielt worden war, stockt die diplomatische Umsetzung. Während iranische Staatsmedien berichten, dass der direkte Kontakt seit Tagen abgerissen sei, betonte US-Präsident Donald Trump, dass die Verhandlungen kontinuierlich fortgesetzt würden.
Verschärft wird die Lage auf dem Energiemarkt durch anhaltende logistische Probleme und sinkende Reserven. Große Teile der Straße von Hormus – einer Hauptschlagader des weltweiten Öltransports – sind vom Iran vermint, weshalb der Schiffsverkehr weiterhin massiv unter dem Niveau von vor dem Konflikt liegt. Gleichzeitig stützen Daten des American Petroleum Institute (API) die Preise, wonach die US-Rohölbestände in der vergangenen Woche überraschend deutlich um 6,8 Millionen Barrel gesunken sind.
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