Ölpreis fällt um über 1% nach Berichten über mögliches Waffenstillstandsabkommen
09:03 Uhr | Redaktion
Die Ölpreise sind laut Reuters am Freitag stark gefallen. Die Terminkontrakte für Brent-Rohöl und US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) steuerten auf ihre größten Wochenverluste seit April zu. Grund dafür waren Berichte, denen zufolge sich die Vereinigten Staaten und der Iran auf eine Verlängerung des Waffenstillstands geeinigt hätten.
Brent-Rohöl fiel um 1,1% auf 92,67 $ pro Barrel, während WTI um 1,4% auf 87,64 $ nachgab. Auf Wochenbasis verloren Brent und WTI 10,5 bzw. 9,2%, was auf nachlassende Befürchtungen hinsichtlich Versorgungsengpässen im Nahen Osten zurückzuführen ist.
Die Marktstimmung verbesserte sich, nachdem Reuters berichtete, dass Washington und Teheran eine vorläufige Einigung über die Aufrechterhaltung des Waffenstillstands und die Lockerung der Schifffahrtsbeschränkungen durch die Straße von Hormus, eine wichtige Route für rund 20% der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen, erzielt hätten. Die Vereinbarung ist jedoch noch nicht endgültig besiegelt, da sie noch von US-Präsident Donald Trump genehmigt werden muss und die iranischen Staatsmedien erklären, die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen.
Analysten sagten, die Hoffnungen auf einen dauerhaften Waffenstillstand würden die Ölpreise stark belasten. Tony Sycamore, Analyst bei IG, merkte an, dass die Anleger zunehmend davon ausgehen, dass der Konflikt zu Ende geht. Dies könnte die Rohölpreise in Richtung der unteren 80-Dollar-Marke drücken, sollte sich die derzeitige Entwicklung fortsetzen.
Trotz des Optimismus bleibt die Unsicherheit bestehen. In den letzten Handelstagen schwankten die Ölpreise stark, da Händler auf gemischte Signale hinsichtlich des Endes des dreimonatigen Konflikts der USA und Israels mit dem Iran und der Wiederöffnung der Straße von Hormus reagierten.
Die Analysten der ING warnen, dass die Wiederöffnung der Meerenge zwar eine sofortige Entlastung der Energiemärkte bringen könnte, die Ölförderung und die Raffinerietätigkeit sich jedoch nur langsam erholen dürften. Während des Konflikts wurde die Produktion aufgrund von Lagerkapazitätsengpässen gedrosselt und ein Teil der Raffinerieinfrastruktur wurde bei Angriffen beschädigt, was das Tempo der Erholung einschränkt.
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