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Ölpreis steigt - Trump erklärt, ihm gehe die Geduld mit Iran aus

08:00 Uhr  |  Redaktion

Die Rohölpreise haben ihren Aufwärtstrend am Freitag fortgesetzt, da anhaltende geopolitische Spannungen und die Angst vor Lieferengpässen im Nahen Osten den Markt belasten, berichtet Reuters. Anlass zur Sorge gaben neue Zwischenfälle in der Region, darunter Berichte über ein Schiff, das von iranischen Kräften vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate festgenommen und in iranische Gewässer umgeleitet wurde. Zudem war am Mittwoch ein indisches Frachtschiff vor der Küste des Omans gesunken. Diese Ereignisse hielten die Risikoprämie für Rohöl auf einem hohen Niveau, sodass die Nordseesorte Brent auf über 106 US-Dollar und die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) auf über 101 US-Dollar pro Barrel stiegen.

Obwohl die iranischen Revolutionsgarden mitteilten, dass seit Mittwochabend wieder rund 30 Schiffe die strategisch wichtige Straße von Hormus passiert hätten, reagierten Marktbeobachter zurückhaltend. Analysten betonten, dass dieses Verkehrsaufkommen noch immer weit unter dem historischen Durchschnitt von rund 140 Schiffen pro Tag vor Ausbruch der jüngsten Konflikte liege. Die leichte Belebung des Schiffsverkehrs reichte daher nicht aus, um die tief sitzenden Sorgen der Händler über das knappe globale Angebot und die anhaltenden strukturellen Einschränkungen des Seewegs zu zerstreuen.

Parallel zu den Entwicklungen auf den Seewegen richten sich die Blicke der Märkte auf die diplomatische Bühne in Peking, wo US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping den zweiten Tag ihrer bilateralen Gespräche absolvierten. Das Weiße Haus erklärte, dass sich beide Staatsoberhäupter einig über die Notwendigkeit seien, die Straße von Hormus als eine der weltweit kritischsten Schifffahrtsstraßen für den globalen Energiehandel offenzuhalten. US-Handelsvertreter hoben in diesem Zusammenhang hervor, dass auch China ein pragmatisches und starkes Eigeninteresse an einer stabilen und sicheren Durchfahrt durch die Meerenge habe.

Nach Einschätzung von Energieanalysten bleibt das knappe Angebot der primäre Preistreiber auf dem Ölmarkt. Trotz zwischenzeitlicher Preisschwankungen im Tagesverlauf schlossen die Notierungen nahe ihren Tageshöchstständen, was die fundamentale Stärke des aktuellen Aufwärtstrends unterstreicht. Da die Straße von Hormus eine zentrale Arterie für fast ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung darstellt, rechnen Marktteilnehmer auch in den kommenden Tagen mit einer anhaltend hohen Volatilität, solange keine dauerhafte Deeskalation in der Region in Sicht ist.


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