Ölpreise geben nach - Waffenstillstand im Iran gerät ins Wanken & Trump reist nach China
08:00 Uhr | Redaktion
Am Mittwochmorgen sind die Ölpreise leicht gesunken und unterbrachen damit eine dreitägige Gewinnserie, berichtet Reuters. Die internationalen Märkte reagierten verhalten, während Investoren die Entwicklungen rund um den fragilen Waffenstillstand im Konflikt mit dem Iran genau beobachten. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich auf etwa 106,95 US-Dollar je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) auf rund 101,52 US-Dollar nachgab. Trotz des leichten Rückgangs notieren beide Referenzpreise weiterhin auf einem hohen Niveau deutlich über der 100-Dollar-Marke.
Im Zentrum der Marktunsicherheit steht die Sorge um die Straße von Hormus, eine der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öl und Flüssigerdgas. Da die Hoffnungen auf ein dauerhaftes Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran zuletzt schwanden, bleibt die Durchfahrt durch die Meerenge massiv beeinträchtigt. Experten der Eurasia Group warnen, dass die bisherigen Lieferausfälle bereits die Marke von einer Milliarde Barrel überschritten haben, weshalb die Ölpreise wohl für den Rest des Jahres nicht unter 80 US-Dollar fallen werden.
Parallel zur angespannten Lage im Nahen Osten richtet sich der Blick auf die Weltmacht China. US-Präsident Donald Trump ist auf dem Weg nach Peking, um dort am Donnerstag und Freitag seinen Amtskollegen Xi Jinping zu einem Gipfeltreffen zu treffen. Trump betonte bereits im Vorfeld, dass er nicht zwingend auf die Hilfe Chinas angewiesen sei, um den Krieg mit dem Iran zu beenden – eine brisante Aussage, da China nach wie vor der wichtigste Abnehmer für iranisches Rohöl ist und damit eine Schlüsselrolle in der Region einnimmt.
Die wirtschaftlichen Folgen der hohen Energiepreise machen sich unterdessen in der US-Wirtschaft bemerkbar. Teurerer Kraftstoff belastet zunehmend die Verbraucher und treibt die Inflation an, was wiederum den Druck auf die Zinspolitik erhöht. Während die US-Rohölvorräte bereits die vierte Woche in Folge gesunken sind, befürchten Ökonomen nun weitreichende Zweitrundeneffekte, die das globale Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten weiter bremsen könnten.
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