Ölpreise steigen - Brüchigen Gespräche zwischen USA und Iran schüren Sorgen um Versorgung
08:00 Uhr | Redaktion
Die Rohölpreise sind am Dienstag im frühen asiatischen Handel erneut gestiegen, da die diplomatischen Bemühungen zur Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran einen herben Rückschlag erlitten haben, berichtet Reuters. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich auf über 104,50 US-Dollar je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) ebenfalls zulegte. Marktanalysten führen diesen Aufwärtstrend auf die anhaltende Sorge vor Versorgungsengpässen zurück, da eine schnelle Lösung der Krise derzeit in weite Ferne gerückt scheint.
Auslöser für die jüngste Verunsicherung war ein Statement von US-Präsident Donald Trump, der das geplante Waffenstillstandsabkommen als „klinisch tot“ bezeichnete. Trump kritisierte die Antwort aus Teheran auf einen US-Friedensvorschlag scharf und wies die iranischen Forderungen als inakzeptabel zurück. Die iranische Führung verlangt unter anderem ein Ende aller Feindseligkeiten, die Aufhebung der US-Seeblockade, Entschädigungszahlungen für Kriegsschäden sowie die uneingeschränkte Wiederaufnahme ihrer Ölexporte.
Ein zentraler Belastungsfaktor bleibt die Situation in der Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten für Energielieferanten. Die Passage ist aufgrund des Konflikts weitgehend blockiert, was den physischen Ölfluss massiv einschränkt. Laut einer aktuellen Reuters-Umfrage ist die Ölproduktion der OPEC im April infolge dieser Störungen auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahrzehnten gefallen, was den Druck auf die globalen Lagerbestände und die Preise weiter erhöht.
Experten warnen, dass die Ölpreise solange über der Marke von 100 US-Dollar bleiben dürften, wie die Verhandlungen ergebnislos verlaufen und die Handelswege eingeschränkt sind. Während ein echter diplomatischer Durchbruch eine Preiskorrektur von bis zu 12 Dollar auslösen könnte, wird bei einer weiteren Eskalation oder erneuten Drohungen einer totalen Blockade ein Anstieg der Brent-Preise auf über 115 Dollar je Barrel befürchtet. Die Märkte blicken nun gespannt auf die weiteren diplomatischen Entwicklungen und anstehende US-Inflationsdaten.
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