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Versorgungsengpässe im Nahen Osten: Öl- und Düngemittelmärkte unter massivem Druck

07:30 Uhr  |  Redaktion

Die anhaltende Schließung der Straße von Hormus hat die Harnstoffproduktion im Nahen Osten massiv einbrechen lassen, so Farm Progress. Laut Analysten der CRU Group sind etwa 55% bis 60% der regionalen Kapazitäten zum Stillstand gekommen. Da die Region fast 45% des weltweiten Harnstoffhandels abdeckt, hat dieser Produktionsstopp weitreichende Folgen für die internationale Landwirtschaft. Harnstoff ist ein essenzieller Bestandteil von Stickstoffdüngern, die weltweit für den Anbau von Grundnahrungsmitteln wie Mais, Weizen und Reis unverzichtbar sind.

Das Hauptproblem ist dabei nicht nur der Produktionsausfall selbst, sondern eine vollständige logistische Lähmung. Da die Wasserstraße effektiv blockiert ist, sitzen beladene Schiffe im Persischen Golf fest, während leere Frachter die Häfen nicht mehr erreichen können. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar konnten nur elf Schiffe mit Düngemitteln die Meerenge passieren, während derzeit über 40 Schiffe mit tausenden Tonnen Fracht feststecken. Dies zwingt die Hersteller dazu, ihren Betrieb einzustellen, da ihre Lagerkapazitäten erschöpft sind.

Die Knappheit führt bereits zu einer deutlichen Verteuerung von Betriebsmitteln für Landwirte weltweit. In den USA stiegen die Preise für Harnstoff am Hafen von New Orleans seit Ende Februar um mehr als 25%, was den Druck auf die ohnehin angespannten bäuerlichen Margen erhöht. Besonders kritisch wird die Lage gesehen, da die Krise mitten in die wichtige Frühjahrsaussaat auf der Nordhalbkugel fällt. Marktbeobachter warnen, dass Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Dünger derzeit zwei völlig unterschiedliche Probleme darstellen.

Experten und humanitäre Organisationen äußern wachsende Besorgnis über eine drohende globale Lebensmittelinflation. Wenn Düngemittelknappheit zu geringeren Ernteerträgen führt, könnten die Preise für Grundnahrungsmittel in den kommenden sechs bis 18 Monaten weltweit sprunghaft ansteigen. Es mehren sich daher die Rufe nach der Einrichtung sicherer Korridore für den Transport von Düngemitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern, um eine weitreichende Hunger- und Versorgungskrise abzuwenden.


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