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Gold: A-B-C- Elliot-Wellen Korrektur vs. mittelfristigen Abwärtstrend

09:11 Uhr  |  Björn Heidkamp (Kagels Trading)

Der abgebildete Chart zeigt die historische Kursentwicklung des Gold Futures von 1995 bis heute, bei Kursen von 4.740,90 USD/Unze. Ein Notierungsstab bildet die Kursschwankungen des Gold Futures für ein Quartal ab.

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Verschnaufpause im langfristigen Aufwärtstrend

Gold befindet sich aus der langfristigen Perspektive seit März 2024 in einem klaren Aufwärtstrend. Am 29. Januar gipfelte diese Aufwärtsbewegung in einem Kaufhöhepunkt (buying Climax) auf einem fulminanten Rekordhoch bei 5.581,30. Derartige progressive Kursverläufe überreizen den Trend. Vergleichbare Anstiege müssen oftmals erst einmal verdaut werden, was offenbar gerade in einer ausgedehnten Konsolidierung oder Korrektur geschieht


Nach extremer Volatilität beruhigt sich der Markt

In den letzten drei Quartalen (3. und 4. Quartal 2025 und das 1. Quartal 2026) ist durch die Explosion der Goldkurse eine extreme Zunahme der Schwankungsbreite zu beobachten. Alle drei genannten Quartale hintereinander weisen jeweils die höchste Volatilität der letzten sieben Quartale auf.

Seit Bestehen des Goldcharts ist dieses Phänomen lediglich einmal in einer ähnlichen Konstellation in den letzten beiden Quartalen 1979 und im ersten Quartal 1980 aufgetreten. In dieser Phase ist der Goldpreis von 282 auf 873 gestiegen. In den folgenden zwei Jahren ist der Goldpreis dann wieder bis April 1982 auf 298 zurückgefallen.

Bezogen auf die aktuelle Aufwärtsbewegung würde ein ähnlicher Verlauf ein Rückgang in Richtung 3. Quartalstief aus 2025 bei etwa 3.300 bedeuten.

Im April haben sich die Kursschwankungen mit einer voraussichtlichen (der Monatschart handelt noch bis Donnerstag) Schwankungsbreite von etwa 312 US$ wieder normalisiert.


Dreiteilige A-B-C Elliott-Welle?

Aufwärtstrends neigen in einer Vielzahl der Fälle dazu Konsolidierungen, Zeiten des Verharrens, dreiteilig ausfallen zu lassen: runter (5.581,30 bis 4.619) – hoch (4.619 bis 5.432,20) – runter (5.432,20 bis 4.350). Für die Elliott-Wellen Anhänger scheint sich damit eine A-B-C Korrekturwelle vollendet zu haben.

Es wird argumentiert, dass sich in derartigen idealtypischen Pausen im Aufwärtstrend die zuvor erreichte extreme "Überkauftheit" abgebaut hat. Der vorher vorhandene extreme Optimismus ist gewichen und nicht wenige Marktteilnehmer entwickeln wieder eine gewisse Skepsis. Damit sei der Markt wieder rein und für einen neuen Anstieg gerüstet.


Voraussichtlicher Innenstab auf Monatschart

Im April konnte der Preis des Goldes bis dato weder das Vormonatshoch überschreiten noch das Vormonatstief unterschreiten. Charttechnisch wäre dieser Monat somit als Innenstab zu charakterisieren. Dieser Innenstab bestätigt unsere Vorahnung einer der bevorstehenden Konsolidierung auf der untergeordneten Zeitzone.

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Wochenchart: Definierter Abwärtstrend

Mitte März hat der Gold Future das relative Unterstützungsniveau vom 02. Februar bei 4.617,60 klar unterschritten. Dadurch wurde eine mittelfristige obere Umkehrformation vollendet. In einer kurzen dynamischen Abwärtsbewegung fielen die Kurse auf ein Bewegungstief am 24. März auf 4.350,40.

In den letzten beiden Börsenwochen erholten sich die Goldkurse auf die Abwärtsbewegung vom 02. Bis zum 24. März unter abnehmender Schwankungsbreite auf das jetzige Niveau.


11er "Vola-Bar" auf Wochenchart

Innerhalb der letzten beiden Woche ist die Schwankungsbreite der Goldkurse gefallen. Mit 143 US$ ist mit der niedrigsten Schwankungsbreite der letzten elf Wochen ein Rückgang der Volatilität zu beobachten. Die Woche davor weist die niedrigste "Vola" der letzten sieben Wochen auf. Bezogen auf die extremen Ausschläge der Vormonate ist dieser Rückgang jedoch eher als Normalisierung des Kursgeschehens einzuordnen.

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Gold saisonal bis Anfang Juli neutral

Aufgrund historischer Erfahrungswerte lassen sich für Rohstoffe, Währungen, Aktien und Indizes statistische Durchschnittswerte berechnen.

Aus dieser rein statistischen Sicht pendelt der Gold Future in den geglätteten Durchschnittsverläufen der letzten 20 Jahren zwischen Mitte April und Ende Juni leicht negativ aber insgesamt richtungslos seitwärts hin und her.

Ab Anfang Juli setzt dann die stärkste Phase des Jahres im Gold Future ein. Im Zusammenhang mit diesen Kalendereffekten bestehen für die Bullen, insbesondere nach einer idealtypischen Konsolidierung oder Korrektur, berechtigte Hoffnungen auf neue Höchststände.


Fazit:

Aus der Perspektive des langfristigen Quartalscharts ist der Gold Future in einen überhitzten Aufwärtstrend gelaufen. Die Anzeichen mehren sich, dass die Bären das Zepter übernommen haben und eine Korrektur im Aufwärtstrend eingeleitet haben.

Aus der mittelfristigen Sichtweise des Wochencharts hat sich das Chartbild verschlechtert. Durch die technischen Verkaufssignale und die Vollendung einer oberen Umkehrformation konnten sich die Bären gegenüber den Bullen erst einmal mittelfristig durchsetzen und der Gold Future ist in einen mittelfristigen Abwärtstrend gelaufen.

Fällt der Gold Future unter 4.700 dürfte die aktuelle kurzfristige Erholung beendet sein. Ein erneutes Abrutschen in Richtung Bewegungstief vom 24. März bei 4.350 wäre anzunehmen. Bei Kursen darunter wäre innerhalb des primären Aufwärtstrends die nächsttiefere Unterstützung um 4.000 als erstes Korrekturziel zu beziffern.

Steigt Gold über das Aprilhoch bei 4.917,70 würde sich der übergeordnete Aufwärtstrend wieder durchsetzen. Ein Test des Bereichs erhöhter Abgabebereitschaft zwischen 5.000, 5.280 bis 5.432 wäre dann wieder im Bereich des Möglichen.

Kurse über der Bestmarke von 5.600 verbessern die langfristige Ausgangslage deutlich. Als erstes Etappenziel eröffnet sich weiteres Aufwärtspotential in Richtung 6.000.

In der Gesamtgemengelage scheint die Fortsetzung der Korrektur/Konsolidierung zumindest in den kommenden Wochen bis Juli das wahrscheinlichste Szenario.


© Björn Heidkamp
www.kagels-trading.de