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Ölpreise aufwärts: Stillstand in US-Iran-Gesprächen schürt Versorgungsängste

08:00 Uhr  |  Redaktion

Die weltweiten Ölpreise sind zu Beginn der Handelswoche deutlich um über 2% gestiegen, nachdem die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran ins Stocken geraten sind, berichtet Reuters. Benchmark-Sorten wie Brent-Öl kletterten auf über 107 USD pro Barrel, während das US-Leichtöl West Texas Intermediate (WTI) die Marke von 96 USD überschritt. Marktbeobachter führen diesen Sprung direkt auf die schwindende Hoffnung auf eine baldige diplomatische Lösung des regionalen Konflikts zurück.

Ein zentraler Preistreiber bleibt die kritische Lage in der Straße von Hormus. Da die Verhandlungen stagnieren, bleibt die wichtigste Schifffahrtsstraße für globale Energieexporte faktisch blockiert oder stark eingeschränkt. Da etwa 20% des weltweiten Rohölangebots diesen Weg passieren, sorgt die anhaltende Unterbrechung für eine massive Verknappung auf dem physischen Markt, was die Sorgen vor einer neuen Inflationswelle befeuert.

Zusätzlichen Druck erzeugte die Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent, bestehende Ausnahmegenehmigungen für den Kauf von iranischem und russischem Öl, das sich derzeit auf See befindet, nicht zu verlängern. Diese Entscheidung verschärft die globale Angebotssituation weiter, da die Märkte nun gezwungen sind, alternative Quellen für Millionen von Barrel zu finden, während gleichzeitig die staatlichen Vorräte in vielen Industrienationen auf kritische Tiefstände zusteuern.

Trotz der geopolitischen Spannungen zeigten sich die Aktienmärkte, insbesondere im Technologiesektor, teilweise widerstandsfähig. Während der Ölpreis-Schock die Erwartungen auf baldige Zinssenkungen dämpft, stützten Gewinne bei KI-bezogenen Werten die Indizes. Dennoch warnen Analysten, unter anderem von Goldman Sachs, dass der Ölpreis bei einem dauerhaften Ausbleiben der Golf-Exporte bis zum Jahresende auf 90 USD oder höher verharren könnte, was das Risiko einer globalen Konjunkturabschwächung erhöht.


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