LME: Metallindex auf Rekordhoch – Befürchtungen hinsichtlich Aluminium-Squeezes
21.04.2026 | Redaktion
Die Preise für Industriemetalle an der London Metal Exchange sind auf ein Rekordhoch gestiegen. Dies ist vor allem auf die starken Kursanstiege bei Aluminium und Kupfer zurückzuführen, die sich vor dem Hintergrund eskalierender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten ergeben haben, berichtet Euronews. Der Index ist im vergangenen Monat um fast 12% gestiegen und hat angesichts zunehmender Versorgungsängste ein Allzeithoch erreicht.
Aluminium, das im Index am stärksten gewichtete Metall, ist seit Ausbruch des Iran-Kriegs um etwa 15% gestiegen. Der Konflikt hat Produktion und Logistik beeinträchtigt, unter anderem durch gemeldete Angriffe auf Schmelzwerke und die Blockade der Straße von Hormus, die eine entscheidende Verkehrsader für den globalen Rohstofffluss darstellt. Diese Störungen haben das Angebot verknappt, Käufer in Europa und Nordamerika dazu gezwungen, um begrenzte Mengen zu konkurrieren, und die Aufschläge in die Höhe getrieben.
Analysten von JPMorgan Chase warnen davor, dass der Aluminiummarkt mit einem gravierenden und anhaltenden Defizit konfrontiert sein könnte. Sie beschreiben die Situation aufgrund des Ausmaßes der Versorgungsausfälle als potenzielles "Schwarzes Loch". Da der Nahe Osten rund 9% der weltweiten Aluminiumproduktion ausmacht, birgt die anhaltende Instabilität in dieser Region erhebliche Risiken.
Auch Kupfer hat zu der Rally beigetragen, gestützt durch die starke Nachfrage aus asiatischen Industrien, die von den Transportstörungen betroffen sind. Während andere Metalle nur geringfügige Schwankungen verzeichneten, waren Aluminium und Kupfer die Haupttreiber hinter der rekordverdächtigen Entwicklung.
Selbst wenn sich die Spannungen entschärfen, deuten anhaltende logistische Herausforderungen und Produktionsrückgänge darauf hin, dass die Versorgungsengpässe und die hohen Preise bestehen bleiben könnten. Branchen wie die Automobil- und die Bauindustrie beobachten die Entwicklungen daher nun aufmerksam, da geopolitische Erschütterungen die globalen Rohstoffmärkte weiterhin grundlegend verändern.
© Redaktion Rohstoff-Welt