Ölpreis steigt um 5% aufgrund erneuter Spannungen zwischen USA & Iran
20.04.2026 | Redaktion
Die Ölpreise sind am Sonntag dramatisch um bis zu 7% angestiegen, nachdem die Hoffnung auf eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormuz nach weniger als 24 Stunden zunichte gemacht wurde, berichtet Reuters. Während Rohöl der Sorte Brent zeitweise um mehr als 5% zulegte und Kurs auf die 100-Dollar-Marke nahm, reagierte der Markt damit auf die erneute Blockierung der Wasserstraße durch Teheran. Dieser massive Rebound folgt auf einen turbulenten Freitag, an dem die Preise nach der ersten Öffnungsankündigung noch um über 9% eingebrochen waren.
Trotz der offiziellen Blockade gab es ein kurzes Zeitfenster am Samstag, in dem der Schiffsverkehr kurzzeitig auflebte. Laut Daten des Analysedienstes Kpler nutzten mehr als 20 Schiffe – beladen mit Metallen, Flüssiggas und Düngemitteln – die vorübergehende Öffnung zur Durchquerung der Meerenge. Dies war das höchste Verkehrsaufkommen an einem einzigen Tag seit Anfang März. Die Euphorie verflog jedoch schnell, als Schiffsbesitzer berichteten, dass Boote der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) am Wochenende erneut das Feuer auf Tanker eröffneten, die versuchten, den Kanal zu verlassen.
Die Lage eskalierte weiter, als US-Präsident Trump am Sonntag bestätigte, dass die US-Marine ein iranisches Frachtschiff beschlagnahmt habe, welches versucht hatte, die US-Blockade zu durchbrechen. Trump drohte zudem mit verheerenden Luftschlägen gegen die iranische Infrastruktur, sollte der Wasserweg weiterhin versperrt bleiben. Diese geopolitische Zuspitzung hat dazu geführt, dass die Marktteilnehmer ihre Erwartungen an eine schnelle Wiederaufnahme der Ölströme revidiert haben, da beide Seiten nun die Schmerzgrenze des Gegners testen.
Experten warnen, dass das diplomatische Tauziehen die Preise weiterhin extrem volatil halten wird. Da schätzungsweise 10 bis 11 Millionen Barrel Rohöl am Tag durch die Blockade „feststecken“, verschlechtert sich die fundamentale Versorgungslage zusehends. Solange keine verlässliche Sicherheit für die Handelsschifffahrt garantiert werden kann, rechnen Analysten damit, dass die Risikoaufschläge hoch bleiben, da Reedereien trotz der kurzen Transit-Erfolge am Samstag vorerst davor zurückschrecken werden, weitere Schiffe in die Krisenregion zu entsenden.
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