Ölpreise unter Druck: Friedenshoffnung im Iran-Konflikt lässt Kurse sinken
08:00 Uhr | Redaktion
Die Rohölpreise sind am Freitag erneut gesunken, da die Aussichten auf ein Ende des Konflikts mit dem Iran die Erwartung schürten, dass die globalen Versorgungsengpässe bald nachlassen könnten, berichtet Reuters. Händler reagierten auf Berichte über fortgeschrittene diplomatische Gespräche, die darauf abzielen, die Feindseligkeiten zu beenden und den Weg für eine Rückkehr iranischer Ölexporte auf den Weltmarkt zu ebnen. Rohöl der Sorte Brent fiel um mehr als einen Dollar auf rund 94 USD je Barrel, während die US-Sorte WTI ebenfalls deutlich nachgab.
Der Hauptgrund für den Preisrückgang ist die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormuz. In den vergangenen Wochen hatte die militärische Blockade dieser lebenswichtigen Wasserstraße die Sorge vor einem massiven Angebotsschock befeuert und die Preise zeitweise nahe an die 100-Dollar-Marke getrieben. Die Aussicht auf eine Deeskalation nimmt nun die „Risikoprämie“ aus dem Markt, da Investoren darauf wetten, dass die rund 10 Millionen Barrel je Tag, die durch diese Route transportiert werden, weiterhin sicher fließen können.
Zusätzlich zur geopolitischen Entspannung belasten schwächer als erwartete Wirtschaftsdaten aus China die Nachfrageaussichten. Neue Zahlen deuten auf eine Verlangsamung der industriellen Aktivität im weltweit größten Ölimportland hin, was bei den Marktteilnehmern Sorgen über die künftige Nachfrageentwicklung auslöst. Die Kombination aus einem potenziell steigenden Angebot durch den Iran und einer schwächelnden Nachfrage aus Fernost schafft ein bearisches Umfeld, das den Aufwärtstrend der letzten Monate vorerst gestoppt hat.
Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht, da die Volatilität hoch bleibt. Während die Märkte derzeit eine diplomatische Lösung einpreisen, könnte jedes Scheitern der Verhandlungen oder eine erneute Provokation in der Golfregion die Preise sofort wieder nach oben treiben. Für den Moment überwiegt jedoch der Optimismus der Bären, die darauf setzen, dass der Höhepunkt der diesjährigen Ölpreisrally durch die Aussicht auf Frieden und eine normalisierte Versorgungslage überschritten ist.
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