Ölpreise geben nach: Diplomatie-Hoffnung und steigende US-Vorräte drücken Kurse
08:00 Uhr | Redaktion
Die Ölpreise verzeichnete am Mittwoch den zweiten Handelstag in Folge Verluste, da die Marktteilnehmer verstärkt auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran setzen, berichtet Reuters. Die Sorge vor massiven Versorgungsunterbrechungen ließ nach, nachdem Berichte über eine mögliche Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Washington und Teheran die Runde machten. Rohöl der Sorte Brent fiel um 1,12 USD auf 102,45 USD je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 1,24 USD auf 96,52 USD nachgab.
Der Preisdruck resultiert vor allem aus einer Entspannung an der strategisch wichtigen Straße von Hormuz. Während die US-Blockade gegen iranische Öltanker in den vergangenen Tagen die Preise noch über die Marke von 100 USD getrieben hatte, signalisierten US-Regierungsvertreter nun, dass diplomatische Kanäle offenbleiben sollen. Händler reagierten auf diese Deeskalationssignale mit Gewinnmitnahmen, da das Risiko eines vollständigen Lieferstopps aus der Golfregion von den Märkten nun als geringer eingestuft wird.
Zusätzlicher Abwärtsschub kam von den neuesten Lagerbestandsdaten aus den USA. Der American Petroleum Institute (API) meldete einen überraschenden Anstieg der US-Rohölvorräte um 2,4 Millionen Barrel für die vergangene Woche. Analysten hatten zuvor mit einem leichten Rückgang gerechnet. Dieser Aufbau der Lagerbestände deutet auf eine robustere Versorgungslage im Inland hin und dämpfte die Sorgen vor einer unmittelbaren Knappheit auf dem physischen Markt, was den Verkaufsdruck auf die Futures-Kontrakte verstärkte.
Trotz des aktuellen Preisrückgangs bleibt die allgemeine Marktstimmung fragil. Experten warnen, dass jede erneute Verschärfung der Rhetorik oder ein Scheitern der angekündigten Gespräche die Preise sofort wieder nach oben treiben könnte. Für den Moment scheint der Markt jedoch eine „Abwarte-Haltung“ eingenommen zu haben, wobei die Akteure sowohl die geopolitischen Schlagzeilen als auch die kommenden offiziellen Regierungsdaten zu den Ölvorräten (EIA) genau beobachten, um die weitere Richtung der globalen Energiepreise zu bestimmen.
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