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Drei bis fünf Jahre Blackout: Iran-Angriff legt Gas-Kapazität Katars lahm

10:00 Uhr  |  Redaktion

Durch iranische Raketenangriffe auf den Industriestandort Ras Laffan wurde die Exportkapazität Katars für Flüssigerdgas (LNG) um etwa 17% reduziert, berichtet Reuters. Wie der Chef von QatarEnergy, Saad al-Kaabi, mitteilte, wurden zwei der insgesamt 14 LNG-Produktionsanlagen sowie eine Anlage zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen schwer beschädigt. Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen, was zu einem jährlichen Einnahmeverlust von rund 20 Milliarden US-Dollar führt.

Die massiven Schäden zwingen den staatlichen Energiekonzern dazu, für langfristige Lieferverträge „höhere Gewalt“ (Force Majeure) anzumelden. Davon betroffen sind insbesondere Lieferungen nach Italien, Belgien, Südkorea und China. Da Katar einer der weltweit wichtigsten Exporteure ist, löste die Nachricht an den globalen Märkten bereits erhebliche Preissprünge aus; die Gaspreise in Europa stiegen zeitweise um bis zu 35%.

Neben Erdgas sind auch andere Rohstoffe von den Produktionsausfällen betroffen. Die Exporte von Kondensaten sinken um etwa 24%, während die Produktion von Flüssiggas um 13% und die von Helium um 14% zurückgeht. Diese Ausfälle haben weitreichende Folgen für verschiedene Industriezweige weltweit, etwa für die Halbleiterproduktion in Südkorea, die auf Helium angewiesen ist, oder die Gastronomie in Indien.

Die Angriffe markieren eine drastische Eskalation des regionalen Konflikts und erfolgten laut Berichten als Reaktion auf israelische Schläge gegen die iranische Energieinfrastruktur. Al-Kaabi betonte, dass eine Wiederaufnahme der Produktion erst möglich sei, wenn die Feindseligkeiten eingestellt würden. Er warnte zudem, dass die massiven Zerstörungen die gesamte Region in ihrer Entwicklung um 10 bis 20 Jahre zurückgeworfen hätten.


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