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Agrar-Schock: China stoppt Dünger-Exporte

12:00 Uhr  |  Redaktion

Infolge der militärischen Eskalation im Nahen Osten hat die chinesische Regierung ihre Exporte von Düngemitteln drastisch eingeschränkt, so Bloomberg. Berichten zufolge wurden heimische Exporteure angewiesen, die Lieferung von Stickstoff-Kalium-Mischdüngern vorerst auszusetzen. Diese Maßnahme ergänzt bereits bestehende Beschränkungen für Harnstoff (Urea), für den Peking derzeit keine neuen Exportkontingente für das Jahr 2026 freigegeben hat. Ziel ist es, die nationale Versorgung für die anstehende Frühjahrsaussaat zu sichern und die Binnenpreise stabil zu halten.

Die Auswirkungen auf den Weltmarkt sind massiv, da China einer der weltweit bedeutendsten Produzenten und Exporteure von Agrarnährstoffen ist. Die Unsicherheit durch den Konflikt und die chinesischen Exportstopps haben die Preise für Harnstoff – den weltweit am häufigsten verwendeten Stickstoffdünger – in kürzester Zeit in die Höhe getrieben. In der ersten Woche nach Ausbruch der Kämpfe stiegen die Referenzpreise für Urea um rund 21% und erreichten damit den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren.

Besonders hart trifft diese Entwicklung Länder wie Indien, den weltweit größten Importeur von Harnstoff. Durch die Blockaden im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormus kommt es zudem zu einem Mangel an Flüssigerdgas (LNG), das als wichtiger Rohstoff für die heimische Düngemittelproduktion benötigt wird. Dies hat in Indien bereits zur vorübergehenden Stilllegung einiger Fabriken geführt, woraufhin die indische Regierung Peking offiziell um die Freigabe von festsitzenden Harnstoff-Ladungen bat, um die eigene Ernährungssicherheit nicht zu gefährden.

Experten warnen davor, dass die Kombination aus regionalen Kriegen und nationalen Schutzmaßnahmen die globalen Lieferketten für Lebensmittel weiter destabilisieren könnte. Da die Frühjahrsaussaat auf der Nordhalbkugel unmittelbar bevorsteht, führen die steigenden Kosten für Düngemittel zu geringeren Gewinnmargen für Landwirte und könnten letztlich die weltweiten Lebensmittelpreise weiter in die Höhe treiben. Eine Lockerung der chinesischen Beschränkungen wird vor Ende der heimischen Hauptsaison im Mai nicht erwartet.


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