KWS veröffentlicht Ergebnisse für das 1. Halbjahr 2025/2026 und aktualisiert Prognose für das Geschäftsjahr
07:00 Uhr | DGAP
- Umsatz auf vergleichbarer Basis[1] 0,8 % über Vorjahr aufgrund deutlichen organischen Wachstums im 2. Quartal in einem weiterhin herausfordernden Agrarmarkt
- Segment Getreide profitierte vom starken Rapsgeschäft; höhere Umsätze auch im Segment Gemüse
- EBITDA verbesserte sich auf -49,0 (-65,9) Mio. €, maßgeblich bedingt durch positiven Sondereffekt aus dem Verkauf des nordamerikanischen Maisgeschäfts
- Ausblick aktualisiert: Umsatz auf vergleichbarer Basis1 für das Geschäftsjahr 2025/2026 auf Vorjahresniveau erwartet; Ergebnisprognose (EBITDA Marge 19 bis 21 %) unverändert bestätigt durch Fokus auf Profitabilität
"Die Agrarmärkte bleiben herausfordernd, und dennoch zeigt sich unser Geschäft weiterhin robust. Im ersten Halbjahr 2025/2026 haben wir besonders im Rapsgeschäft und im Bereich Gemüsesaatgut deutliche Fortschritte erzielt. Infolge eines signifikanten Wachstums im zweiten Quartal ist der Umsatz auf Gruppenebene auf vergleichbarer Basis1 leicht gestiegen", kommentierte Dr. Jörn Andreas, Finanzvorstand von KWS. "Aufgrund der veränderten globalen Anbauflächen passen wir unsere Umsatzprognose an, während unsere Ergebnisprognose unverändert bleibt. Wir setzen unseren Fokus klar auf Profitabilität und anhaltend hohe Investitionen in unsere langfristige Innovationskraft."
| Wesentliche Ergebniskennzahlen im Überblick (fortgeführte Aktivitäten) | |||||||
| in Mio. € | 1. Halbjahr 2025/2026 | 1. Halbjahr 2024/2025 | +/- | ||||
| Umsatzerlöse | 411,3 | 417,2 | -1,4% | ||||
| EBITDA | -49,0 | -65,9 | 25,7% | ||||
| EBIT | -96,8 | -120,7 | 19,8% | ||||
| Finanzergebnis | 5,7 | -32,2 | - | ||||
| Ergebnis vor Steuern | -91,1 | -152,9 | 40,4% | ||||
| Ertragsteuern | -27,3 | -38,2 | 28,5% | ||||
| Ergebnis nach Steuern | -63,8 | -114,7 | 44,4% | ||||
| Ergebnis je Aktie | in € | -1,93 | -3,48 | 44,4% | |||
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2025/2026 erzielte die KWS Gruppe Umsatzerlöse von 411,3 (417,2) Mio. €. Auf vergleichbarer Basis (ohne Währungs- und Portfolioeffekte) stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 0,8 % an.
Die operativen Ergebniskennzahlen der KWS Gruppe reflektieren den saisonal geringen Anteil des ersten Halbjahres am Gesamtjahresumsatz. Im Berichtszeitraum fiel ein operativer positiver Einmaleffekt von rund 30 Mio. € aus der Veräußerung von Lizenzrechten im Zusammenhang mit dem Verkauf des nordamerikanischen Maisgeschäfts an. Zudem enthielt das Beteiligungsergebnis einen positiven Effekt von 7,7 Mio. € aus dem Abgang der Anteile an den nordamerikanischen Joint-Ventures (AgReliant).
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich auf -49,0 (-65,9) Mio. €. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug -96,8 (-120,7) Mio. €. Das Bruttoergebnis lag unter dem Vorjahresniveau, die Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die allgemeinen Verwaltungskosten waren geringer als im Vorjahreszeitraum.
Das Finanzergebnis verbesserte sich deutlich auf 5,7 (-32,2) Mio. €, im Wesentlichen aufgrund eines gestiegenen Beteiligungsergebnisses. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich auf -91,1 (-152,9) Mio. €. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrugen -27,3 (-38,2) Mio. €. Daraus resultierte ein Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von -63,8 (-114,7) Mio. € bzw. -1,93 (-3,48) € je Aktie.
Im Berichtshalbjahr verringerte sich der operative Cashflow der fortgeführten Geschäftsbereiche auf -164,1 (-128,0) Mio. € im Wesentlichen aufgrund eines Anstiegs des Net Working Capitals. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche betrug 18,9 (-48,2) Mio. €. Hierbei tätigte die KWS Gruppe in den ersten sechs Monaten 2025/2026 insgesamt Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Leasing) in Höhe von 33,2 (51,8) Mio. €. Darüber hinaus enthielt der Cashflow aus Investitionstätigkeit im Berichtszeitraum die Zahlung eines Teils des Verkaufspreises für das nordamerikanische Maisgeschäft. Der freie Cashflow der fortgeführten Geschäftsbereiche verbesserte sich auf
-145,2 (-176,2) Mio. €.
Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 57,1 (54,2) %, die Bilanzsumme lag zum 31. Dezember 2025 bei 2.610,8 (2.589,9) Mio. €. Die Nettoverschuldung sank auf 264,6 (343,5) Mio. €.
Geschäftsentwicklung nach Segmenten
Die Erlöse im Segment Zuckerrüben liegen im ersten Halbjahr saisonbedingt auf niedrigem Niveau, da die für das Segment wesentlichen Umsätze mit der Frühjahrsaussaat im dritten Quartal (Januar - März) erzielt werden. Der leichte Umsatzrückgang im ersten Halbjahr auf 135,0 (137,2) Mio. € ist im Wesentlichen auf geringere Umsätze in Europa und Nordamerika zurückzuführen, größtenteils kompensiert durch höhere Umsätze in den Regionen Mittlerer Osten und Asien. Das Segmentergebnis (EBITDA) entwickelte sich mit -18,1 (2,4) Mio. € rückläufig, insbesondere bedingt durch saisonale Produkt- und Regionenmixeffekte sowie die im Vergleich zum Vorjahr früher erfolgte Aussortierung nicht verwendbaren Saatguts.
Das Segment Mais erwirtschaftet den wesentlichen Teil des Jahresumsatzes zur Frühjahrsaussaat in Europa im dritten Geschäftsquartal (Januar - März). In der Berichtsperiode lag der Umsatz bei 23,6 (26,2) Mio. €. Das Segmentergebnis war im ersten Halbjahr turnusgemäß negativ und belief sich auf -40,9 (-79,2) Mio. €. Die Verbesserung des Segmentergebnisses ist größtenteils bedingt durch einen positiven Sondereffekt aus der Veräußerung von Lizenzrechten im Rahmen des Verkaufs des nordamerikanischen Maisgeschäfts von ca. 30 Mio. €.
Das Segment Getreide steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr auf 222,0 (221,3) Mio. €. Das Geschäft mit Rapssaatgut verzeichnete Umsatzzuwächse, während die Umsätze mit Roggensaatgut zurückgingen. Der deutliche Anstieg im Rapsgeschäft (+21 %) ist im Wesentlichen auf unser leistungsfähiges Sortenportfolio zurückzuführen. Unser Geschäft mit Hybridroggen (-13 %) war von vergleichsweise geringen Marktpreisen für Roggen beeinflusst. Das Segmentergebnis (EBITDA) lag mit 88,0 (91,0) Mio. € leicht unter dem Niveau des Vorjahres.
Im Segment Gemüse stieg der Umsatz auf 26,9 (26,1) Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf den höheren Umsatz mit Spinatsaatgut zurückzuführen, während der Umsatz mit Bohnensaatgut zurückging. Das Segmentergebnis (EBITDA) war mit -14,1 (-8,6) Mio. € infolge der planmäßigen Aufwendungen für den Ausbau der Gemüsezüchtung wie im Vorjahreszeitraum negativ.
Die Umsatzerlöse im Segment Corporate, die im Wesentlichen durch die landwirtschaftlichen Betriebe von KWS in Deutschland, Frankreich und Polen erzielt werden, erreichten 3,8 (6,2) Mio. €. Das Segmentergebnis (EBITDA) betrug -64,0 (-71,5) Mio. €. Da im Segment Corporate sämtliche übergreifenden Kosten für die zentralen Funktionen der KWS Gruppe sowie grundlegende Forschungsaufwendungen abgebildet werden, fällt das Segmentergebnis regelmäßig negativ aus.
Umsatzprognose angepasst, Prognose der EBITDA-Marge für das Geschäftsjahr 2025/2026 bestätigt
KWS bewegt sich weiterhin in einem gedämpften Agrarmarktumfeld mit niedrigen Preisen für Agrarrohstoffe, die zu Unsicherheiten bei den Anbauentscheidungen der Kundinnen und Kunden führen. In diesem Zusammenhang erwartet KWS eine stärker als bisher angenommene Verringerung der weltweiten Anbaufläche für Zuckerrüben. Unverändert rechnet KWS mit einem Rückgang der Umsätze im russischen Markt infolge von Importrestriktionen und Lokalisierungsbestrebungen für Saatgut.
Vor diesem Hintergrund erwartet KWS für das Geschäftsjahr 2025/2026 einen Umsatz auf vergleichbarer Basis (ohne Währungs- und Portfolioeffekte) auf Vorjahresniveau (anstelle eines bisher antizipierten Wachstums von rund 3 %). Zudem richtet KWS den Fokus stärker auf die eigene Profitabilität und hat im ersten Geschäftshalbjahr 2025/2026 Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet, die bereits erste Effekte zeigen. Auf Basis dieser Entwicklungen sowie des diversifizierten Produktportfolios und der starken Marktposition bestätigt KWS die Prognose für die EBITDA Marge in der Bandbreite von 19 bis 21 % für das Geschäftsjahr 2025/2026.
Über KWS
KWS ist eines der führenden Pflanzenzüchtungsunternehmen weltweit. Etwa 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter* in mehr als 70 Ländern erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von rund 1,68 Mrd. Euro. Seit 170 Jahren wird KWS als familiengeprägtes Unternehmen eigenständig und unabhängig geführt. Schwerpunkte sind die Pflanzenzüchtung und die Produktion sowie der Verkauf von Zuckerrüben-, Mais-, Getreide-, Gemüse-, Raps- und Sonnenblumensaatgut. KWS setzt modernste Methoden der Pflanzenzüchtung ein, um die Erträge der Landwirtinnen und Landwirte zu steigern sowie die Widerstandskraft von Pflanzen gegen Krankheiten, Schädlinge und abiotischen Stress weiter zu verbessern. Um dieses Ziel zu realisieren, investierte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2024/2025 ca. 350 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung.
* ohne Saisonarbeitskräfte
Weitere Informationen: www.kws.com/corp/de. Folgen Sie uns auf LinkedIn.
Kontakt
Falk Reimann, Senior Investor Relations Manager
Tel. +49 151 14485251
falk.reimann@kws.com
Gina Wied, Head of Corporate Communications
Tel. +49 151 20345978
gina.wied@kws.com
[1] ohne Währungs- und Portfolioeffekte