Schwedens Rohstoffe – Europas Chancen
19.09.2025 | Vertrauliche Mitteilungen
Im nordschwedischen Boden liegt die derzeit stärkste Hoffnung auf eine wieder etwas größere Rohstoffsouveränität Europas verborgen. Es geht um größere Vorkommen an Seltenen Erden. Den nahe der Stadt Kiruna gelegenen Fundstellen wurde seitens der EU-Kommission bereits der Status eines strategischen Projekts verliehen, wodurch die Genehmigungsprozesse für den Abbau beschleunigt werden sollen.
Auf die Frage, wodurch diese "Beschleunigung" konkret erfolgen soll, blieb die schwedische EU-Kommissarin Jessika Roswall jedoch die Antwort schuldig.
Derzeit deckt die europäische Industrie ihren Bedarf an Seltenen Erden fast vollständig aus China. Ein aktueller EU-Gesetzentwurf zum Umgang mit kritischen Rohstoffen sieht hier bis zum Jahr 2030 eine Selbstversorgungsquote von 10% vor. Die Abbaumöglichkeit in der Nähe von Kiruna stellt deshalb eine Art Glücksfall dar.
Und mehr als "glücklich" ist darüber hinaus auch die Tatsache, daß sich zu den etwa 1,3 Mio. Tonnen an Seltenen Erden noch knapp 750 Mio. Tonnen Eisenerz gesellen, dessen gleichzeitiger Abbau die Gewinnung der Seltenen Erden erst wirtschaftlich erscheinen läßt.
Gäbe es dieses Erz nicht, wäre es für China ein Leichtes, das schwedische Projekt mit zeitweisen Dumpingpreisen für Seltene Erden zu stören. So, wie Peking es im Wettbewerb mit US-amerikanischen Anbietern vor geraumer Zeit schon einmal praktiziert hat.
Nicht nur in Deutschland hofft man nun auf eine rasche Realisierung des Projektes. Doch wie man einen Prozess, der in der Vergangenheit rund zehn Jahre in Anspruch nahm, nun auf zwei Jahre verkürzen kann, steht noch weitgehend in den Sternen.
EU-Kommissarin Roswall räumte bereits ein, daß es zwar Zeitpläne gebe, aber der politische Wille, auf diese Weise Europa wieder mit einem Stück Autarkie zu versorgen, ungleich wichtiger sei...
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Auszug aus den "Vertrauliche Mitteilungen", Nr. 4664