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Seltenerdpreise auf Zweijahreshoch – MP Materials Lieferungen nach China eingestellt

27.08.2025  |  Redaktion

Die Preise für Seltenerdelemente sind auf ein Zweijahreshoch gestiegen, nachdem MP Materials beschlossen hat, die Lieferungen der wichtigen Mineralien Neodym und Praseodym (NdPr) nach China einzustellen. MP Materials, das in den letzten drei Jahren 7% bis 9% des chinesischen NdPr-Oxids geliefert hatte, vereinbarte im Juli mit der US-Regierung, die Exporte nach China einzustellen und die Produkte im Inland zu verarbeiten. Im Gegenzug bot die US-Regierung eine Preisstützung von 110 $ pro Kilogramm an, was dem doppelten Preis in China zu diesem Zeitpunkt entsprach, berichtet Mining.com.

Dieser Schritt hat eine erhebliche Lücke in der Lieferkette Chinas hinterlassen, da die Lieferungen von MP Materials einen wichtigen Teil der Versorgung des Landes mit Seltenen Erden für Permanentmagnete bildeten, die in Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen und Verteidigungstechnologien verwendet werden.

Der Preisanstieg fällt auch mit neuen regulatorischen Maßnahmen in China zusammen. Das Land hat sein Quotensystem auf importierte und im Inland geförderte Seltene Erden ausgeweitet und damit seine Kontrolle über die globalen Lieferketten verstärkt. China dominiert derzeit die Verarbeitung von Seltenen Erden und hält 90% der Kapazitäten sowie 70% der Fördermenge.

Auch die Spannungen zwischen den USA und China haben sich verschärft. Kürzlich warnte Präsident Trump davor, "200% Zölle" auf Produkte aus dem Bereich Seltene Erden zu erheben, sollte China die Lieferungen von Magneten in die USA nicht garantieren. Dies würde zu einer weiteren Eskalation der Handelsspannungen führen. Dies folgt auf Chinas Beschränkungen für den Export von Seltenen Erden, welche im April und Mai zu einem starken Rückgang der Lieferungen von Permanentmagneten in die USA geführt haben.

Unterdessen steigt die Nachfrage nach NdPr, angetrieben durch Chinas Hochsaison in der Fertigung von Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen und Elektronik. Angesichts eines weltweiten Nachfragewachstums von rund 10% in diesem Jahr prognostizieren Analysten, dass sich die Versorgungsengpässe verschärfen und das Produktionswachstum Chinas von 5% übertreffen werden.


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