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Steigendes Aluminiumangebot in der zweiten Jahreshälfte

26.12.2016  |  Achim Wittmann (LBBW)

Von Januar bis November ist das weltweite Aluminiumangebot Berechnungen des International Aluminium Institutes (IAI) zufolge leicht um 0,2% gesunken. Für das chinesische Aluminiumangebot ermittelte das Institut einen Rückgang von 1,3%, während die Produktion im Rest der Welt um 1,2% anstieg. Nennenswerte Kapazitäten kommen derzeit insbesondere in Indien auf den Markt.

Bei Betrachtung der Entwicklung im Jahresverlauf ist mit steigenden Preisen eine zunehmende Angebotsentwicklung ab der zweiten Jahreshälfte festzustellen. Im November lag der Produktionszuwachs weltweit gesehen bei 2,9% gegenüber dem Vorjahresmonat. Dabei steigerten die chinesischen Aluminiumhütten ihr Angebot um 4,4%. Auf Basis des gegenwärtigen Preisniveaus ist mit weiteren Wiederanläufen stillgelegter Aluminiumhütten in den nächsten Monaten zu rechnen.

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Neue Kapazitäten sind in China, Indien und Russland zu erwarten. Insgesamt dürfte das Aluminiumangebot im Jahr 2017 wieder deutlich zunehmen. Der Branchenspezialist CRU prognostiziert diesbezüglich eine Wachstumsrate zwischen 4% und 6%. Auf der anderen Seite ist im nächsten Jahr mit einer abnehmenden Dynamik auf der Nachfrageseite zu rechnen. So hat die chinesische Staatsführung angekündigt, umfassend gegen eine Überhitzung des Immobilienmarktes vorgehen zu wollen.

Des Weiteren zeichnet sich ab, dass auch der globale Automarkt an Fahrt verliert. Die Bauindustrie und die Automobilbranche gehören zu den verbrauchsstärksten Segmenten auf dem Aluminiummarkt. In Summe erwarten wir für die nächsten Monate tendenziell sinkende Preise auf dem Aluminiummarkt.

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Rückläufige Kupferimporte in China

Der Kupferpreis hat in der vergangenen Woche deutlich nachgegeben. Die chinesischen Importe haben sich im November zwar von dem niedrigen Vormonatsniveau erholt. Gegenüber dem Vorjahreswert ergab sich jedoch ein Rückgang von 23%. Zu beobachten ist darüber hinaus ein nennenswerter Zuwachs der Kupferbestände in asiatischen LME-Lagerstätten.

Insgesamt sind die Bestände in den LME-Lagerhäusern seit Anfang Dezember um rund 50% gestiegen. Insgesamt bestätigen uns diese Entwicklungen in unserer Einschätzung, dass der Markt, getrieben durch spekulative Käufe, mit dem Preisanstieg den Fundamentaldaten ein ganzes Stück weit vorausgelaufen ist. Wir gehen von einer Fortsetzung der Preiskorrektur am Kupfermarkt aus.

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© Achim Wittmann
Investmentanalyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



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