Goldpreis abermals mit Allzeithoch
07.03.2008 | Dora Borbély
1. Aktuelles
Eine Kombination aus verschiedenen Faktoren ist derzeit ein fruchtbarer Nährboden für hohe Goldpreise. Zwischenzeitlich lag der Preis für eine Feinunze sogar über 990 US-Dollar. Rezessionsängste bezüglich der US-Wirtschaft in Verbindung mit Inflationssorgen - Stichwort Stagflation - lassen Gold mit seiner Eigenschaft als sicherer Anlagehafen hoch im Kurs stehen. Hinzu kommen der schwache US-Dollar, die anhaltend große Unsicherheit an den Finanzmärkten und der Rekordoptimismus der Spekulanten.
2. Fundamentale Faktoren
Mit fundamentalen
Faktoren lassen sich die hohen Goldpreise nicht erklären. Das vierte Quartal 2007 brachte weltweit einen deutlichen Rückgang sowohl des Goldangebots als auch der Goldnachfrage. Auf der Angebotsseite sank die Minenproduktion im Vergleich zum Vorquartal um 2%, und die offiziellen Zentralbankverkäufe lagen ebenfalls deutlich unter den Niveaus aus dem dritten Quartal. Die globale Nachfrage brach im selben Zeitraum sogar um 22% ein. Dieser Rückgang erstreckte sich über die komplette Bandbreite der Nachfrage. Die Schmucknachfragekomponente reagierte auf das hohe Preisniveau und sank weltweit um 19% im Vergleich zum dritten Quartal. Ebenfalls deutlich sank die Nachfrage für ETFs und andere Formen der Finanzanlage um 44%. Wir sehen auch für das Jahr 2008 keine nennenswerte Verschärfung der Knappheitsverhältnisse am Goldmarkt. Im Jahresdurchschnitt dürften die Nachfrage sowie das Angebot leicht rückläufig sein. Bei Gold werden auch in den kommenden Quartalen andere Faktoren als die Fundamentaldaten richtungsweisend für die Preisentwicklung
sein.
3. Unsere Meinung
Solange die Krisenängste für die Weltwirtschaft und die große Unsicherheit an den Finanzmärkten anhält, bleibt Gold für Anleger attraktiv und diese Nachfrage sorgt für hohe Goldpreise. In der zweiten Jahreshälfte jedoch rechnen wir mit einer Beruhigung der Krise, mit wieder anziehender Dynamik der Weltkonjunktur und einem stärkeren US-Dollar. Das dürfte den Goldpreis auf unter 800 US-Dollar pro Feinunze drücken.
© Dr. Dora Borbély
Commodity Analyst
Quelle: Makro-Research: Volkswirtschaft Rohstoffe, DekaBank
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