Commodities Weekly: Marktkommentar
02.10.2015 | Frank Schallenberger (LBBW)
Strategie:
Die Rohstoffmärkte haben nach einem kräftigeren Anstieg Ende August im September wieder etwas nachgegeben. Mit rund 290 Punkten notiert der Bloomberg Commodity Index (Spot) nur knapp 3% über seinem Jahrestief. Wir gehen weiter davon aus, dass die Sorgen um die Konjunkturlage in China sich zuletzt bei vielen Notierungen in überzogenen Abschlägen niedergeschlagen haben. Bis zum Jahresende sollten vor allem Basis- und Edelmetalle über Erholungspotenzial verfügen.
Performance:
Nach einem Rückgang von rund 3% im September liegt der Bloomberg Commodity Index (Spot) seit Jahresbeginn etwa 13% im Minus. Größere Bewegungen gab es zuletzt bei US-Erdgas. Die Aussicht auf einen milden Winter in den USA ließ den nächstfälligen Kontrakt auf den tiefsten Stand seit Mitte 2012 rutschen. Auch bei Palladium und Platin stieg die Volatilität zuletzt stark an (s.u.).
Energie:
Der Ölpreis hat sich zuletzt unter der 50-Dollar-Marke eingependelt, da sich bullische und bärische Faktoren derzeit die Waage halten. Aufgrund der Eskalation in Syrien werden geopolitische Risiken derzeit wieder stärker gewichtet und stehen dem ansonsten bärischen fundamentalen Bild des globalen RohölÜberangebotes entgegen. Die befürchtete Bedrohung der Ölanlagen an der US-Küste durch Hurrican Joaquin hat sich bereits wieder verflüchtigt.
Edelmetalle:
Der VW-Abgasskandal wirkt sich weiter auf Platin und Palladium aus. Die Sorge um den künftigen Absatz von Diesel-Katalysatoren sorgte bei Platin alleine in den letzten beiden Wochen für ein Minus von fast 10%. Dagegen profitierte Palladium vom vermeintlich relativ höheren Absatz der Benziner-Katalysatoren. Die Notierung kletterte seit dem Bekanntwerden des VW-Skandals um fast 15%.
Basismetalle:
Die Notierungen der Basismetalle tendierten in der Berichtswoche in unterschiedliche Richtungen. Der Kupferpreis stieg leicht an, nachdem sich die Nachrichten über geplante Produktionskürzungen zuletzt häuften. Aluminium notierte etwas schwächer. Der Angebotsüberschuss in China scheint sich weiter auszuweiten. Unterstützung bekamen die Metallmärkte durch die Meldung über Steuererleichterungen für Automobilkäufe in China.
© Dr. Frank Schallenberger
Commodity Analyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
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