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USA nicht nur wegen des Schneesturms im Fokus

02.02.2015  |  Frank Klumpp (LBBW)

Ölpreis bald bei 200 US-Dollar?

Die laufende Handelswoche brachte etwas Stabilisierung in den Ölpreisen. Am Montag äußerte sich der OPEC-Generalsekretär El Badri im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos: "I think maybe the prices reached the bottom and we will see some rebound very soon", und, für die Ölbullen: "maybe we will go to 200 USD if there is a real shortage of supply because of the lack of investment." Interessanterweise genau die Marke, die der ENI-Chef Descalzi wenige Tage zuvor in Davos als mögliches "Risikoszenario" genannt hatte. Für die kurze bis mittlere Frist halten wir ein dreistelliges Preisniveau jedoch für sehr unwahrscheinlich, weil mit den USA ein neuer Swingproduzent entstanden ist, der genau diese Investments auch sehr zügig wieder tätigen kann, wenn die Preise wieder anziehen - und damit auch einem solch dramatischen Preisanstieg entgegenstehen.

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Ölpreis trotzt schwachen Lagerdaten

Die Entwicklung der Schieferölproduktion - u.a. abhängig von den dortigen Investitionen - steht vor diesem Hintergrund unter besonderer Beobachtung. Aktuell werden die Investitionen in der Ölindustrie weltweit stark zurückgefahren, zuletzt vermeldete etwa Shell Ausgabenkürzungen in Höhe von 15 Mrd. US-Dollar innerhalb der nächsten drei Jahre. In der laufenden Woche standen zudem die wöchentlichen US-Daten der EIA im Fokus: Die landesweiten Rohöllagerbestände stiegen demnach um 8,9 Millionen Barrel auf 406,7 Mio. Barrel, den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1982 (vgl. Grafik). Hier drückt sich zum Einen das Überangebot aus, zum Anderen die Anreize zur Lagerhaltung, die sich aus dem derzeitigen Supercontango ergeben. Aktuell liegt der Preis für WTI-Öl (Spot Cushing) bei 43 US-Dollar, während der Dezember-Future 2015 bei 52,75 US-Dollar je Barrel notiert.

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Blizzard lässt Natural Gas Preise unbeeindruckt

Während sich die Ölpreise von den wöchentlichen Lagerdaten weitgehend unbeeindruckt zeigten, gab der Preis von Natural Gas aufgrund geringer als erwartet ausgefallenem Lagerabbaus nach. Nachdem der Blizzard über der Ostküste der USA milder als befürchtet ausgefallen war, normalisierten sich die Gaspreise schnell wieder.

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© Frank Klumpp, CFA
Commodity Research

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



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