Weizen, Limit Bewegungen
12.02.2008 | Jens Rabe

Der obige Chart zeigt den aktuellen Frontmonat Minneapolis Wheat MWH8. Die vertikalen blauen Linien zeigen die Tage an, an denen es seit Anfang 2008 zu Limit Up Bewegungen gekommen ist. Nachfolgend ist dieses “Limit Up“ Phänomen in den Frontmonaten bei Kansas Wheat bzw. Chicago Wheat dargestellt.

Wer mit den Begriffen Limit Up oder Limit Down nichts anzufangen weiß oder sich das Ganze noch einmal genauer erklären lassen will, der findet unter dem nachfolgenden Link eine sehr ausführliche Erklärung (Link von der Seite www.deifin.de/fuwi007.htm)
Ausgehend von Minneapolis hat sich ein enormer Kaufdruck an den Märkten aufgebaut, der jetzt nach und nach auf Kansas und Chicago überschwappt. Die Terminbörsen haben sich jetzt entschlossen, die täglichen Preislimits beginnend ab dem kommenden Montag anzuheben. Bislang stehen folgende Änderungen im Raum:
Limit Anhebung auf 60 Cent -> handelt der Markt daraufhin erneut mit mindestens 2 Kontrakten (innerhalb eines Erntejahres) Limit Up zum Close, dann wird das Limit erneut um 50% angehoben. Wiederholt sich dies erneut, erfolgt erneut eine Anhebung um 50%.
Dies würde für kommende Woche bedeuten:
Montag: 60 Cents
Dienstag: 90 Cents
Mittwoch: 135 Cents
Die Regeländerungen können hier nachgelesen werden: www.kcbt.com (PDF).
Die Limits werden wieder auf 60 Cent abgesenkt, sobald kein Limit Up (oder auch Down) an 3 aufeinander folgenden Tagen zu verzeichnen ist.
Wie wahrscheinlich ist das Szenario mit einem Limit von 135 Cents am Mittwoch? Aus Händlerkreisen wurden am Freitagabend die folgenden synthetischen Preise (berechnet aus den Preisen der offenen Optionen) vermeldet (in Klammern):
Chicago März 08 WH8 Close am Freitag: 10,93 (11,65)
Kansas März 08 KWH8 Close am Freitag: 11,4025 (12,10-12,70)
Minn. März 08 MWH8 Close am Freitag: 15,53 (20,00-21,00)
Solange der Run in Minneapolis weitergeht, sollten auch die Kontrakte an den anderen Börsen nach oben laufen. Wir hören aus Händlerkreisen, dass es bei den Hedgern eine Vielzahl von Margin Calls gibt, und gleichzeitig die Indexfonds mit ihren scheinbar unerschöpflichen Mitteln die Preise weiter nach oben treiben. Fakt ist, dass es immer noch sehr viele Kaufaufträge gibt, die entweder spekulativ oder auch zwangsgetrieben (Zwangs-Eindeckungen von Shortpositionen) sind. Solange diese Kaufaufträge im Markt liegen, werden die Preise nach oben gehen. Erst wenn auch der letzte dieser Kaufaufträge ausgeführt worden ist, wird dieser Run zu Ende gehen und die Preise werden wieder gen Süden tendieren!
Dazu noch ein Blick auf einige historische Charts.
Sojabohnen Juli 1973
Weizen Dezember 1973
Silber März 1980
Die obigen Charts zeigen einige der extremsten Bewegungen, in denen es zu Limit Bewegungen kam. Daraus lässt sich einiges lernen und auf die aktuelle Situation übertragen. So ist es keine ausgemachte Sache, dass es nach dem Ende der Limit Up Bewegungen sofort zu fallenden Preisen kommt, wie der Chart Weizen Dezember 1973 zeigt. Tendenziell neigen zwar die Preise nach einer solchen Phase zur Schwäche, aber aufgrund der sehr hohen Volatilitäten ist dies mit Sicherheit kein “free lunch“. Außerdem sollten sich alle Händler die jetzt auf einen Shorteinstieg warten, einmal die Charts der nachfolgenden Kontraktmonate anschauen. Das nachfolgende Beispiel zeigt die sehr unterschiedliche Entwicklung verschiedener Kontraktmonate anhand der Situation bei den Sojabohnen im Jahr 1973.
Da es für die meisten privaten Händler kaum machbar sein wird, die großen Volatilitäten nach dem Hoch mit Futures Positionen in Gewinne ummünzen zu können, empfehlen wir an dieser Stelle sich mit den Möglichkeiten von Spreads und/oder Optionen zu beschäftigen. Unbedingt sollte man sich dabei auch die Spreads der einzelnen Weizensorten untereinander anschauen.
© Jens Rabe
www.pit-trader.com
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