Bullionbanken erwägen elektronische Plattform zur Umgestaltung des Goldfixing
01.04.2014 | GoldSeiten
Das aktuelle Preisfixing für Gold wurde in letzter Zeit häufig hinterfragt und von Aufsichtsbehörden unter die Lupe genommen. In dem Bemühen, den Prozess transparenter zu gestalten, würden die Bullionbanken nun einen Umzug zu elektronischen Plattformen in Betracht ziehen. Wie Mineweb heute berichtete, würden verschiedene Technologieanbieter darin konkurrieren, die Informationsvermittlung bei der Preisfindung für den 20 Mrd. $ täglich umfassenden Handel durchsichtiger zu gestalten.
Nachdem Aufsichtsbehörden wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die britische Finanzdienstleistungsaufsicht und die U.S. Commodity Futures Trading Commission ihre Überprüfungen der Rohstoffindizes verstärkt hätten, würden die Rufe nach dem Einsatz von Technologien lauter, die die zweimal täglich stattfindende Wertermittlung deutlich transparenter gestalten könnten. Das Fixing ist die Richtschnur für Minenunternehmen, Verarbeiter, Schmuckhersteller, die meisten goldgedeckten US-amerikanischen ETFs sowie die US Mint und die Royal Canadian Mint. Der Preis des London Fixing werde immer noch als Referenzpunkt für den globalen Handel genutzt, obwohl der Goldmarkt allein in den letzten zehn Jahren viele bedeutende Veränderungen in Bezug auf Handelsmechanismen und Nachfrageverhalten erlebt hätte.
Ein Technologieanbieter habe erklärt, dass das Verfahren an sich nicht zwangsläufig einer Überholung bedürfe, es sollte lediglich leichter einsehbar sein für eine breitere Masse. Zwar würden jene, die das London Fixing nutzen, zuversichtlich sein, dass es nicht manipuliert werden könne, aber die fünf beteiligten Banken seien erst kürzlich in zwei Prozessen vor einem US-Bundesgericht in New York der Preisabsprachen angeklagt worden. Bereits im Januar habe die Deutsche Bank mitgeteilt, ihren Platz innerhalb des Fixing aufzugeben.
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