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Krim-Annektion hebt die Ölpreise nur kurzfristig

24.03.2014  |  Frank Klumpp (LBBW)

Russland als zweitgrößter Exporteur im Fokus

Die Annektion der Krim durch Russland rückte geopolitische Themen wieder zurück auf die Agenda der Marktteilnehmer. Der Ölmarkt reagiert ohnehin sensibel auf politische Themen, sofern wichtige Ölförderländer betroffen sind. Russland ist mit 7,2 Mio. Barrel pro Tag zweitgrößtes Exportförderland nach Saudi Arabien. Daher überrascht es auf den ersten Blick, dass die Krim-Krise nur ganz kurz von steigenden Preisen begleitet wurde - am ersten Handelstag nach der de-facto-Besatzung (03. März) legte Brent auf über 112 US-Dollar zu. Seither geben die Preise wieder nach und fundamentale Faktoren - Angebot und Nachfrage - werden wieder stärker gewichtet.

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Härtere Sanktionen wenig wahrscheinlich

Die USA, EU und Japan haben bisher mit gemäßigten Sanktionen auf die Landnahme reagiert, und beraten derzeit über härtere Maßnahmen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass es zu Wirtschaftssanktionen kommt, zu sehr ist der Westen von russischem Öl und Gas und Russlands Haushalt von Exportsteuern auf Energie abhängig (vgl. hierzu auch LBBW Blickpunkt vom 17.03.2014).

Allerdings ist dieser für beide Seiten schmerzhafte Schritt nur so lange sehr unwahrscheinlich so lange Putin seine Hände nicht stärker in Richtung Ost-Ukraine ausstreckt. Der Westen käme dann um die Eskalationsstufe härterer Wirtschaftssanktionen nicht herum, zumal militärische Optionen erst viel später in der Eskalationskette folgen.

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Fundamentale Faktoren im Blick

Sollte es dennoch hierzu kommen, dürfte der Ölpreis deutlich höhere Risikoprämien einpreisen. Derzeit ist dies nicht der Fall, zu unwahrscheinlich ist ein solches Szenario. Die USA haben bereits vorsorglich mit einer Test-Freigabe ihrer strategischen Reserven reagiert - worauf vor allem der WTI-Preis unter Druck kam. Die fundamentalen Faktoren sprechen vorerst für weiter sinkende Preise. Das Angebot ist weiter üppig (laut IEA im Februar um 600.000 bpd auf 92,81 mbpd angestiegen), sodass bei moderater Nachfrage auch ein dringend nötiger Lageraufbau gelingen sollte - die globalen Öllager befinden sich auf mehrjährigen Tiefs, trotz üppig gefüllter Bestände in den USA.

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© Frank Klumpp, CFA
Commodity Research

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



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