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OPEC-Minister werden auf Schieferöl aufmerksam

10.06.2013  |  Frank Klumpp (LBBW)

Non-Event OPEC Meeting

Das halbjährliche OPEC-Meeting brachte - wie allseits erwartet wurde - keine großen Überraschungen: Schließlich kann das Kartell mit der aktuellen Lage an den Ölmärkten recht gut leben: Der Ölpreis (Brent) hält sich komfortabel über der 100-US-Dollar-Marke, die eine solide Einnahmequelle für die Förderländer garantiert. Die offizielle Förderquote für den weiteren Jahresverlauf bis zum nächsten OPEC-Treffen Anfang Dezember wurde daher bei 30 Mio. Barrel pro Tag belassen.

Im Mai 2013 förderte das Kartell schätzungsweise 30,3 Mio. Barrel, 1,4 Mio. Barrel weniger als noch vor gut 12 Monaten. Das derzeitige Gleichgewicht auf den Ölmärkten wird jedoch zunehmend instabiler, nachdem die Förderung außerhalb der OPEC derzeit dynamisch ansteigt. Dank neuer Fördermethoden ("Fracking") erzielt die USA derzeit die höchsten absoluten Wachstumsraten in der Ölförderung seit Beginn der kommerziellen Ölförderung im 19. Jahrhundert.

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Unkonventionelles Ölauf dem Radar der OPEC

Nachdem die OPEC den Förderreigen in North Dakota & Texas eine Weile ignoriert hatte, möchte man das Phänomen nun selbst untersuchen. OPEC-Generalsekretärs Al-Badrizu den neuen Researchaktivitäten: "We are not receiving accurate information, we have to do it for ourselves". Dieser Argumentation kann man folgen, schließlich ist selbst die EIA überrascht von der Dynamik der Nachfragesteigerung. Die amerikanische Statistikbehörde hatte in den letzten Monaten ihre Schätzungen zur heimischen Ölförderung einige Male nach oben korrigiert.


OPEC: What´s next?

Die Situation hat gewisse Parallelen mit den 80er Jahren: Zwischen 1980 und 1985 legte die Ölförderung in der Nordsee knapp 2 Mio. Barrel zu, während die globale Ölnachfrage um rund dieselbe Größenordnung zurückging. Auch derzeit stehen Fragezeichen über der globalen Ölnachfrage - die letzten Revisionen der großen Häuser (IEA, EIA, OPEC) erfolgen ebenfalls nach unten. Die Frage ist nun, wie die OPEC, allen voran Saudi-Arabien, auf die neue Situation reagieren wird. Sofern die angestoßenen OPEC-interne Studie zum Ergebnis kommt, dass die aktuelle Wachstumsdynamik der unkonventionellen Ölförderung die Marktanteile der OPEC bedroht, sind auch Förderausweitungen denkbar. Tiefere Preisniveaus würden einige Projekte in der unkonventionellen Ölförderung dann wieder unrentabel machen.

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© Frank Klumpp, CFA
Commodity Research

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



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