Platin: Einsatz im Kampf gegen Krebs?
15.06.2012 | GoldMoney
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Die Renditen spanischer Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit schossen heute Morgen über die 7%-Marke, nachdem sich die Rating Agentur Moody's zur Senkung der Kreditwürdigkeit des Landes von A3 auf Baa3 entschlossen hatte. Als sich Griechenland, Irland und Portugal in dieser Situation befanden, wurden Rettungsaktionen der Europäischen Union und des IWF in die Wege geleitet. Als es in Italien Ende des letzten Jahres soweit war, waren die Tage der schillernden Amtszeit Silvio Berlusconis als Premierminister gezählt.
Im Fall von Spanien könnten die Kosten eines Bailouts allerdings 300 Milliarden Euro betragen, womit der Großteil des 500 Milliarden Euro schweren Budgets des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) aufgebraucht wäre. Der ESM ist der permanente Rettungsfonds der Eurozone, der ab Juli die provisorische Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) ablösen wird. Ohne offensivere Maßnahmen zur Monetisierung der Schulden des Landes, wäre Spanien dann wohl "too big to bail".
Der Druck auf die Rohstoff- und Aktienmärkte wich auch gestern nicht. Die US-Märkte schlossen aufgrund enttäuschender Zahlen aus dem Einzelhandel wieder im Minus. Gold hat sich oberhalb der Marke von 1.600 Dollar festgesetzt und im Verlauf des gestrigen Handelstages testete Silber die Marke von 29 Dollar. Die Edelmetall-Nachricht des Tages kam wahrscheinlich aber vom Platinmarkt. Nach Angaben des Wall Street Journals wurden Dieselabgase in einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation als krebserregend eingestuft.
Die Verbindung zum Platin ist dessen Verwendung in den Abgasanlagen von Dieselfahrzeugen: 62% des Platinverbrauchs entfielen letztes Jahr auf diesen Anwendungsbereich. Nach Aussage des Edelmetallanalysten Jim Steels von HSBC könnten verschärfte Auflagen zur Filterung von Dieselabgasen einen sprunghaften Anstieg der Platinnachfrage auslösen.
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