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Gazprom als Melkkuh der Nation

03.05.2012  |  EMFIS

Moskau - (www.emfis.com) - Die staatliche Kontrolle über den russischen Energie-Giganten Gazprom bringt Licht sowie Schatten mit sich. Zwar wird das Unternehmen bei der Vergabe von Förder-Lizenzen für Lagerstätten bevorzugt. Aber zum Nulltarif gibt es dieses Bonbon selbstverständlich nicht.

Denn unlängst erhöhte die russische Regierung die Gas-Förder-Steuer speziell für Gazprom erheblich. So sollen die Abgaben im ersten Halbjahr 2013 582 Rubel betragen. In der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres sollen diese auf 679 Rubel je Kubikmeter steigen. Im ersten Halbjahr 2014 betragen die Steuern dann 717 Rubel, im zweiten Halbjahr 859 Rubel je Kubikmeter Gas. 2015 steigen diese Presseberichten zufolge nochmals auf 886 Rubel im ersten Halbjahr, in der zweiten Jahreshälfte erhöhen sich die Abgaben auf 1.062 Rubel pro Kubikmeter Gas.


Unabhängige Produzenten weniger stark betroffen

Die unabhängigen Gas-Produzenten in Russland kommen jedoch etwas günstiger davon. Denn die Gas-Förder-Steuer sollen Medienberichten zufolge im ersten Halbjahr 2013 265 Rubel je Kubikmeter betragen, im zweiten Halbjahr erhöht diese sich dann auf 445 Rubel. In der ersten Jahreshälfte 2014 steigen die Abgaben nochmals auf 456 Rubel je Kubikmeter Gas, im zweiten Halbjahr sollen sie dann 726 Rubel betragen. 2015  verlangt der russische Staat Förder-Steuern im ersten Halbjahr in Höhe von 726 Rubel und in der zweiten Jahreshälfte dann 1.049 Rubel je Kubikmeter Gas.

Die doch mehr als deutlichen Steuer-Erhöhungen bringen dem russischen Staat enorme Zusatzeinnahmen. Immerhin betragen diese Presseberichten zufolge in 2013 36 Milliarden Rubel. 2014 belaufen sich die Steuereinnahmen durch die Gas-Produktion auf 134,3 Milliarden Rubel und in 2015 270,3 Milliarden Rubel. So könnte man sicherlich den Eindruck gewinnen, dass Gazprom zur Melkkuh der Nation wird, auch wenn die Bevorzugung bei der Vergabe von Förder-Lizenzen seine Vorteile mit sich bringt.