Gazprom: Europa-Exporte im Auftaktquartal rückläufig
02.04.2012 | EMFIS
RTE Moskau - (www.emfis.com) - Für den russischen Energie-Giganten Gazprom könnte 2012 kein besonders gutes Jahr werden. Denn wie bekannt wurde, lieferte die Gesellschaft im ersten Quartal dieses Jahres weit weniger Gas nach Europa als zunächst angenommen.
So reduzierten sich die Gas-Lieferungen in GUS-Staaten bereits in den ersten beiden Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Im März floss zudem rund ein Viertel weniger des flüchtigen Energieträgers nach Europa. Presseberichten zufolge exportierten die Russen im ersten Quartal nach vorläufigen Angaben 39,2 Milliarden Kubikmeter Gas, nachdem die Gesellschaft ein Jahr zuvor noch 44,4 Milliarden Kubikmeter nach Europa lieferte. Dies entspricht einem deutlichen Rückgang von immerhin zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besserung vorerst nicht in Sicht
Und eine Besserung scheint derzeit nicht in Sicht zu sein. Ein Grund dürften die erhöhten Gas-Lieferungen Libyens sein. Ebenfalls wurden als mögliche Begründung die unterirdischen Gasspeicher der Russen in Europa genannt, denn wie bekannt wurde, wird dieses Gas von den Europäern bevorzugt, anstatt auf Preissenkungen im zweiten Quartal seitens Gazproms zu warten. So gehen Experten mittlerweile davon aus, dass das Unternehmen 2012 sein Gas-Liefer-Volumen nach Europa nicht erhöhen kann. Die Gesellschaft hatte bereits ihren Gas- Export in die alte Welt von 164 Milliarden Kubikmeter auf 154 Milliarden Kubikmeter reduziert.
Für die Russen stellt der Export-Rückgang naturgemäß keine gute Nachricht dar. Experten rechnen in diesem Jahr sogar mit einer Stagnation der Gas-Lieferungen nach Europa. So rechnen Analysten mittlerweile mit einer gleich bleibenden Liefermenge in Höhe von maximal 150 Milliarden Kubikmeter Gas. Ebenso soll in Angola zeitnah ein neues Flüssiggas-Werk entstehen, welches die Lieferungen der Russen weiter zurückgehen lassen könnte.