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Gazprom: South-Stream-Baubeginn bereits 2012

23.01.2012  |  EMFIS

RTE Moskau - (www.emfis.com) - Nach der Einweihung der Nord-Stream-Pipeline im vergangenen Jahr, an der der russische Energie-Riese Gazprom die größten Anteile besitzt, drückt die Gesellschaft auch bei ihrem nächsten Groß-Projekt (South Stream) kräftig aufs Tempo.

Die geplante Mega-Pipeline, die jährlich in etwa 63 Milliarden Kubikmeter Gas durch das Schwarze Meer nach Europa liefern soll, dürfte früher fertig gestellt werden, als es die Russen zuvor geplant hatten. Sollte mit dem Bau der Röhre ursprünglich erst 2013 begonnen werden, werden die Russen das Vorhaben bereits im Dezember dieses Jahres in die Tat umsetzen. Die Pipeline soll Unternehmensangaben zu Folge 35 Prozent der gesamten russischen Gaslieferungen nach Europa sicherstellen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich voraussichtlich auf etwa 15,5 Milliarden Euro.


Türkei gibt grünes Licht

Der Grund für den schnelleren Baubeginn ist ebenfalls rasch gefunden: Im Dezember letzten Jahres erteilte die Türkei die Genehmigung für die Verlegung der Mega-Pipeline durch das Schwarze Meer. Daher konnten nunmehr alle Steine aus dem Weg geräumt werden und dem South-Stream-Projekt, an welchem Gazprom zu 50 Prozent beteiligt ist und unter anderem der italienische Energiekonzern ENI Anteile in Höhe von 20 Prozent hält, sollte daher nichts mehr im Wege stehen. Angeregt wurde der vorgezogene Baubeginn übrigens von höchster Stelle: So erteile Wladimir Putin die entsprechende Anweisung.

Die South-Stream-Pipeline stellt für Gazprom naturgemäß ein enorm wichtiges Projekt dar, auch vor dem Hintergrund der von der Europäischen Union favorisierten Nabucco-Gas-Pipeline, die Russland umgehen soll. Daher kann der frühzeitige Baubeginn kein Fehler sein und dem Aktienkurs der Russen wohl alles andere als schaden.