Basis- und Buntmetalle unter Abgabedruck
20.09.2011 | GoldMoney
Die Preise von Basis- und Buntmetallen stehen seit einigen Wochen unter zunehmendem Abgabedruck. Verschiedene Faktoren, allen voran die wachsende Furcht vor einer neuen Rezession in den Vereinigten Staaten, sind die Ursache, dass viele Anleger vor den Investmentrisiken bei Basismetallen zurückschrecken. Doch auch die an den Finanzmärkten umgehenden Gerüchte über einen Zahlungsausfall Griechenlands belasten die Preisentwicklung von Metallen wie Kupfer, Zink, Blei, Nickel und Aluminium.
Vergangene Woche bekräftigte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nochmals, dass sie eine Emission von so genannten Eurobonds für falsch hielte. Daraufhin wuchsen die Ängste vor einem möglicherweise bevorstehenden Zahlungsausfall Griechenlands. Zwar verabschiedete die Regierung von Giorgos Papandreou zuletzt zusätzliche Sparmaßnahmen, allerdings laufen diese Bemühungen eher Gefahr, die griechische Wirtschaft endgültig abzuwürgen.
Darüber hinaus wächst der Widerstand der griechischen Bevölkerung gegen die Kürzungen des öffentlichen Budgets, die den Griechen durch die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds aufgezwungenen werden. Die aktuellen Bondmarktzinsen auf kurz- wie auf langlaufende Staatsanleihen weisen auf einen Bankrott des Landes an der südöstlichen Peripherie der Eurozone hin.
Sollte sich die Politik auf europäischer Ebene nicht auf weitere Rettungsmaßnahmen für das überschuldete Griechenland einigen, würde laut Marktbeobachtern eine Kettenreaktion an den Finanzmärkten drohen. Einerseits müssten Banken und Versicherer, die griechische Staatsanleihen in ihren Portfolios halten, umfangreiche Abschreibungen vornehmen, die das fragile Bankensystem Europas vollends ins Wanken bringen könnten. Andererseits würde es sicher nicht lange dauern, bis eine solche Krise auf den amerikanischen Bankensektor überspringen würde.
Ein abermaliges Einfrieren der Kreditmärkte und ein Austrocknen des Interbankenmarkts hätten zur Folge, dass auch das Wachstum in den Schwellenländern negativ beeinflusst würde. Die meisten Schwellenländer sind auch drei Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise stark auf den Export fokussiert. Da der inländische Konsum in den BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien und China) nicht resistent genug ist, um externen Krisenschocks standzuhalten, müsste mit einer deutlich sinkenden Nachfrage nach Rohstoffen gerechnet werden.
Der Kupferpreis sank am Montag auf sein tiefstes Niveau seit November letzten Jahres. Der Futures-Kontrakt mit dreimonatiger Laufzeit sank im gestrigen Handel auf $8.332 pro Tonne. Auch der Zinkpreis notierte auf einem 1-Monats-Tief. Die Aktienkurse der meisten Basis- und Buntmetallproduzenten standen zu Wochenbeginn ebenfalls unter Verkaufsdruck. Darunter befanden sich vor allem in Kanada ansässige und an der Toronto Stock Exchange gelistete Unternehmen wie Teck Resources, Inmet Mining und First Quantum Minerals.
Auch die Kurse der Edelmetalle gaben gestern nach, allen voran Gold mit einem Preisabschlag auf 1.780 $ pro Feinunze. Weder die technische Verfassung des Silber- noch des Palladiumpreises geben derzeit viel Grund zur Zuversicht. Der Palladiumpreis sank im gestrigen Handel im Tief auf bis zu 710 $ pro Unze, um bei 715 $ pro Unze zu schließen. Charttechnisch ist ein Niveau erreicht, dass die Bullen in jedem Fall halten und verteidigen müssen, wenn es nicht zu einem noch stärkeren Preisrücksetzer des Edelmetalls in den kommenden Wochen kommen sollte. Dem Silberpreis könnte ähnliches bevorstehen, nachdem die Marke von 40 $ pro Unze erneut unterboten wurde. Im schlimmsten Fall droht dem weißen Metall in den nächsten Wochen ein weiterer Preisabschlag auf 25 $ bis 27 $ pro Unze, wie renommierte Chartanalysten in den vergangenen Tagen warnten.
© Roman Baudzus
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