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Weizen auf 300-Jahres-Hoch

08.10.2007  |  Robert Rethfeld

Der Weizenpreis hat ein historisch bedeutungsvolles Niveau erreicht.

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Charttechnisch befindet er sich an einer Jahrhundert-Widerstandslinie.

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Auch aus saisonaler Sicht befindet sich Weizen oben. Insgesamt dürfte sich hier in Kürze ein Hochpunkt ergeben bzw. bereits ergeben haben. Die Ausbildung eines niedrigeren Hochs würde diese Annahme aus unserer Sicht bestätigen.

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In unserem Jahresausblick 2007 hatten wir Weizen ausdrücklich als wahrscheinlichen Outperformer für 2007 genannt.

Interessant ist ein Vergleich des Preisverhältnisses von Weizen zu Mais. Mais ist vor Weizen und Reis weltweit die wichtigste Getreidesorte. In den vergangenen 100 Jahren war Weizen im Vergleich zu Mais lediglich Anfang der 1920er Jahre teurer als aktuell. Die dargestellten Preise beziehen sich auf die Preise an den US-Futures-Märkten bzw. deren Vorläufer.

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Die USA sind weltweit der mit Abstand bedeutendste Mais-Produzent. Mit der zunehmenden Industrialisierung der USA nahm seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Bedeutung von Mais für Tierfutter zu. Die Bedeutung von Weizen ging relativ zurück. Dieser Aspekt drückt sich im Preisverhältnis beider Getreidesorten aus. Es ist gut möglich, dass sich aufgrund der weiter wachsenden Bedeutung von Weizen für China und Indien (Weltweit die Weizen-Produzenten Nr.1 und 2) das Preisverhältnis langfristig wieder zugunsten von Weizen verschiebt. Ein solcher Prozess geht jedoch nicht linear vonstatten, sodass sich die Ratio zunächst wieder zurück entwickeln dürfte. Ein Argument, was für Mais spricht, ist der Umstand, dass eine zunehmende Industrialisierung einen zunehmenden Fleischverbrauch mit sich bringt, was wiederum dem Mais einen kleinen Vorteil gibt.


Fazit:

Es ist noch nicht ausgemacht, ob Mais oder Weizen zukünftig die Bedeutungshoheit für sich beanspruchen können. Absolut betrachtet spricht vieles dafür, dass der Weizenpreis in diesen Wochen ein wichtiges Hoch ausgebildet hat bzw. noch ausbilden wird. Die angegebenen Preise sind übrigens nicht inflationsbereinigt. Inflationsbereinigt ist Weizen deutlich preiswerter als im 19. Jahrhundert. Damals wurde der mit Abstand größte Teil des durchschnittlichen Einkommens für Nahrungsmittel ausgegeben.


© Robert Rethfeld
Wellenreiter-Invest





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