Wird Brasilien eine Exportsteuer auf Eisenerz erheben?
04.04.2011 | Rainer Hahn
RTE Stuttgart - (www.rohstoffe-go.de) - Die brasilianische Regierung denkt darüber nach, eine Exportsteuer auf Eisenerz einzuführen, um Investitionen in eine einheimische Stahlproduktion zu fördern, hieß es in den Medien des Landes Ende vergangener Woche.
Berater von Präsident Dilma Rousseff haben das Finanzministerium aufgefordert, eine Maßnahme in Betracht zu ziehen, die Steuern auf Eisenerzexporte zur Folge haben würde, gleichzeitig aber Stahlexporte freistellen würde, hieß es in einer brasilianischen Zeitung. Das Finanzministerium wies diese Darstellung allerdings später zurück.
Die Nachricht erschien zu einem Zeitpunkt, da der brasilianische Bergbaugigant Vale S.A. einen Nachfolger für den bisherigen CEO Roger Agnelli sucht. Der Grund dafür ist starker Druck von Regierungsseite, die schon seit Jahren kritisiert, dass das Unternehmen nicht ausreichend in Stahl investiert.
Zweck der Eisenerzsteuer wäre es demnach zum Teil, Vale weiter unter Druck zu setzen, eine Stahlhütte im Bundesstaat Para zu errichten, hieß es in dem Zeitungsbericht. Vale hat sich Minderheitsbeteiligungen an brasilianischen Stahlprojekten gesichert, um Investitionen anzuziehen und die einheimische Nachfrage nach Eisenerz zu stärken. Der Konzern will aber nicht zu einem großen Stahlproduzenten werden, da man damit in Konkurrenz zu den eigenen Kunden treten würde.
Brasilien will die einheimische produzierende Industrie stärken, um Jobs zu schaffen und die Abhängigkeit von Rohstoffexporten zu senken. Die hohen Betriebskosten in dem südamerikanischen Land führen aber dazu, dass viele Branchen Probleme haben, sich der Konkurrenz chinesischer Produkte zu erwehren.
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