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Eisenerzangebot wird noch die nächsten fünf bis sieben Jahre unglaublich knapp sein

24.03.2011  |  Rainer Hahn

RTE Stuttgart - (www.rohstoffe-go.de) - Während er sich darauf vorbereitet, eine der größten ausländischen Investitionen bislang in Kanada zu tätigen, erklärt H.M. Nerurkar, dass der Grund für diesen Schritt einfacher nicht sein könnte: das Angebot auf dem Markt für Eisenerz erscheine unglaublich knapp und wie viele Wettbewerber, müsse er sich eine verlässliche Angebotsquelle sichern.

Wie es scheine, werde die Lage im Eisenerzsektor in den nächsten fünf bis sieben Jahren schwierig sein, da nicht zu erkennen sei, dass neue, große Quellen auf den Markt kommen würden, erläutert der Geschäftsführer des indischen Stahlriesen Tata Steel Ltd. am Dienstag während einer Kanadareise.

Und Nerurkar sollte wissen, wovon er spricht. Tata Steel ist der siebtgrößte Stahlproduzent der Welt mit einer Produktionskapazität von mehr als 28 Mio. Tonnen pro Jahr und einem gewaltigen Bedarf an Eisenerz. Da sein Unternehmen in Indien ansässig ist, kann Nerurkar die boomende Wirtschaft des Landes aus erster Hand verfolgen und erkennen, was das für die zukünftige Nachfrage bedeutet. Tat erkannte, dass man eine sichere Angebotsquelle benötigte und handelte entsprechend.

Erst diesen Monat unterzeichnete das indische Unternehmen eine Vereinbarung mit dem kanadischen Produzenten New Millennium Capital (WKN A0MKW3) über die Entwicklung der Eisenerzlagerstätte Taconite in Labrador und Quebec. Das 4,9 Mrd. USD schwere Projekt, das über unglaubliche Ressourcen on 9,2 Mrd. Tonnen verfügt, dürfte die größte Mine in der Geschichte Kanadas werden. Es wäre fast unmöglich ein so riesiges Projekt ohne Finanzierungshilfe eines der großen Stahlproduzenten wie Tat es ist, zu realisieren. Tata sei seit 104 Jahren im Eisen- und Stahlgeschäft, so New Millenniums CEO Robert Martin, sodass sie offensichtlich auch über das Finanzielle hinaus einen großen Beitrag leisten könnten.

Der Ausstoß von Taconite wird direkt an Tatas europäische Stahlproduktionsoperationen gehen, die der Konzern 2007 erwarb. Während der betrieb in Indien vollständig aus dem eigenen Land beliefert wird, braucht das Unternehmen eine Eisenerzquelle für Europa und Kanada biete genau das. Denn der so genannte Labrador Trough, in dem sich auch andere kleinere Player wie Champion Minerals (WKN A0LF1C) oder seit Neuestem auch der Junior-Explorer Cap-Ex Ventures (WKN A1H64E) tummeln, ist eine der wenigen Regionen weltweit, in der noch eine ganze Reihe von nicht erschlossenen Eisenerzvorkommen liegt. Nun, da der Eisenerzpreis noch nie da gewesene Höhen von mehr als 200 USD pro Tonne erreicht, erfährt die Region einen gewaltigen Zufluss an Investitionen von asiatischen Stahlproduzenten wie Tata.

Herr Nerurkar erklärte, dass Tat sich in Kanada, Südafrika und der Elfenbeinküste nach Investitionsmöglichkeiten im Eisenerzsektor umgesehen habe. Wenig überraschend sei Kanda das sicherste dieser drei Länder.

Tata geht derzeit von langfristigen Eisenerzpreisen von 130 bis 140 USD pro Tonne aus. Ein unglaublich hohes Niveau, wenn man bedenkt, dass die Tonne über Jahrzehnte hinweg nur 30 USD Wert war. Die steigenden Eisenerzpreise haben die Stahlbranche in Aufruhr versetzt, insbesondere, da der so wichtige Rohstoff nun in Quartalsverträgen (statt jährlichen) verkauft wird. Laut Nerurkar versuchen die Stahlhersteller immer noch, sich an diese Veränderung anzupassen.




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