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Seltene Erden - So teuer waren sie noch nie

23.03.2011  |  Rainer Hahn

RTE Stuttgart - (www.rohstoffe-go.de) - Die Preisspirale bei den Seltenen Erden dreht sich immer dramatischer. Dabei zieht China gleichzeitig die Zügel weiter an. Für Kunden im Ausland kann dies gravierende Folgen haben.

Seltene Erden werden immer teurer. Das belegen die jüngsten Statistiken aus China. Das asiatische Land versteht es, den Wert der 17 Rohstoffe immer weiter nach oben zu treiben. Neue Zölle sorgen für deutliche Preiserhöhungen. Gleichzeitig wird der Export immer weiter beschränkt. Die Werte für Februar 2011 zeigen, wie drastisch die Situation inzwischen ist.

Für eine Tonne der Seltenen Erden aus China mussten im Juli 2010 im Durchschnitt rund 14.400 Dollar bezahlt werden. Im Januar 2011 kostete die Tonne bereits etwa 75.000 Dollar. Der Februar durchbricht die magische Grenze von 100.000 Dollar, im Schnitt müssen nun 109.000 Dollar für eine Tonne überwiesen werden. Dabei kommt es zudem noch zu regionalen Unterschieden. So kostet eine Tonne Seltener Erden, die Richtung Japan gehen, sogar 138.000 Dollar.

Die Exportmengen aus China bleiben dagegen auf historisch niedrigem Niveau. Im abgelaufenen Monat werden insgesamt 750 Tonnen aus China in die Welt hinaus exportiert. Im Januar 2011 waren es sogar nur 647 Tonnen. Dies sind die beiden niedrigsten Werte seit Februar 2009.

Vor allem Japan muss unter den Exportbeschränkungen leiden. Die Exportrate zum direkten Nachbarn sinkt im Februar um rund 59 Prozent auf 280 Tonnen ab. Die USA bleiben mit 169 Tonnen der zweitwichtigste Partner der Chinesen, hier verringert sich die Quote um 9 Prozent. Frankreich erhält dagegen 91 Prozent mehr als zuvor, insgesamt werden 125 Tonnen an Seltenen Erden ausgeliefert. Südkorea steigert die Einfuhr um 225 Prozent auf 60 Tonnen, an die Niederlande gehen 40 Tonnen, ein Minus von 41 Prozent. Die deutsche Quote wird mehr als halbiert (- 54 Prozent) auf 31 Tonnen. Prozentual den größten Sprung nach vorne macht Kanada. Ein Zuwachs von 1.850 Prozent steht in den Statistiken, allerdings liegt die Liefermenge bei vergleichsweise geringen 10 Tonnen. Völlig zusammengebrochen, aber auf äußerst niedrigem Niveau, ist der Handel mit Großbritannien. Die Exporte verringern sich um 98 Prozent auf 0,1 Tonnen.

Diese Statistiken zeigen, wie sehr die Welt von den chinesischen Rohstoffen abhängig ist. Die höheren Preise hinterlassen am Markt ihre Spuren. Profitieren können davon ausländische Unternehmen, die sich auf die Seltenen Erden fokussieren. So steigt in den USA der Kurs von Molycorp (WKN: A1C2G7) seit dem 17. März von 42,56 Dollar auf 52,21 Dollar an. In Kanada verbessert sich Rare Element Resources (WKN: 120701) in diesem Zeitraum von 9,80 CAD auf 12,56 CAD. Arafura Resources (WKN: 787896) aus Australien legt gleichzeitig von 0,95 AUD aus 1,23 AUD zu. Es gibt somit auch außerhalb Chinas einige Gewinner des aktuellen Booms.



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