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Anleger sollten Uran und Uranfirmen wieder auf dem Schirm haben

25.10.2010  |  Rainer Hahn

RTE - Rohstoffe-Go - Der Uranpreis verzeichnete 2004, zusammen mit vielen anderen Rohstoffen, einen deutlichen Anstieg, doch mit dem Abschwung der Märkte fiel auch das Interesse an dem Energie reichen Metall. Nun aber zieht der Uranpreis wieder an, da viele Regierungen nach Möglichkeiten suchen, den zukünftig enorm steigenden Energiebedarf zu befriedigen. Auch Anleger sollten sich Uran wieder auf die Watchlist setzen.

Heimlich, still und leise ist der Uranspotpreis in die Höhe geklettert und liegt nun bei rund 49,25 USD pro Pfund. Das ist der höchste Stand seit mehr als zehn Monaten, nachdem ein Pfund Uran im Juli noch 41,50 USD pro Pfund kostete. In der Zwischenzeit haben sich viele Uranfirmen frisches Kapital gesicherte und einige Produzenten sind in den Spotmarkt eingetreten.

Laut der Experten von Trade Tech, dem Hauptanbieter von Uranpreisindikationen, wurden im September 20 Transaktionen durchgeführt, die ein Volumen von 3,1 Mio. Pfund Uran hatten. Rund ein Drittel dieses Volumens ging dabei auf das Konto von Uranproduzenten, sodass Spekulanten sich fragten, ob nicht ein Produktionsdefizit bestünde.

Auf jeden Fall wird Uran wieder verstärkt gesucht, da viele Regierungen weltweit es als Möglichkeit ansehen, den CO2-Ausst0ß fossiler Energieträger zu begrenzen. Dieses Phänomen ist der Aufmerksamkeit des Marktes nicht entgangen und Berichte deuten darauf hin, dass Uran verstärktes Interesse aus Hedge-Fonds-Kreisen auf sich zieht. Auch verschiedene Großkonzerne haben ihr Interesse bekundet. So erklärte die China Nuclear Power Corp., dass man bis 2020 117,6 Milliarden US-Dollar in Atomkraftprojekte investieren wolle. Uran sei entscheidend für das anhaltende Wachstum der Emerging Markets.

China hat derzeit 11 Atomkraftwerke in Betrieb, was 1% der Gesamtenergiekapazität des Landes entspricht. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass dieser Wert erheblich steigen wird. Analysten schätzen, dass die Atomstromkapazität in China bis 2020 5% der gesamten Energiekapazität erreichen wird. Weltweit liegt der Anteil der Atomenergie bei durchschnittlich 16%, sodass noch Raum für weiteres Wachstum besteht.

Laut dem Nuclear Energy Institute gewinnen 16 Länder mindestens 25% ihres Elektrizitätsbedarfs aus Atomenergie. In Europa insgesamt und in Japan sind es sogar 30%, während Frankreich sogar zu 75,2% auf Atomenergie setzt.

Der staatliche russische Uranproduzent Rosatom ist ähnlicher Ansicht, was die langfristige Nutzung der Atomenergie angeht. CEO Sergei Kiriyenko erklärte vor Kurzem, dass die Welt eine “nukleare Renaissance“ erleben werde. Er glaubt, dass die Zahl der Atomkraftwerte sich bis 2030 verdoppeln wird und die Nachfrage nach Uran sich verdoppeln oder gar verdreifachen werde. Die Rosatom-Tochter ARMZ ist derzeit dabei, eine Mehrheitsbeteiligung an der kanadischen Uranium One (WKN A0MU9G) zu erwerben und man hat als eines der wichtigsten Unternehmensziele die Steigerung des Marktwertes durch internationales Wachstum durch Uranabbau deklariert.

Auch der größte Bergbaukonzern der Welt BHP Billiton (WKN 908101) hat wieder angefangen, über Uran zu sprechen. Obwohl der australische Konzern derzeit auf die Übernahme der kanadischen Potash Corp. of Saskatchewan konzentriert ist, könnte es dahinter ein weitere Motiv geben, sich in Saskatchewan zu etablieren. Auch BHP ist im Urangeschäft tätig und rund 21% der weltweiten Uranproduktion stammten 2008 aus dem Athabasca Basin in dieser kanadischen Provinz.

Marius Kloppers, CEO von BHP erklärte vor Kurzen, dass BHP zwei Rohstoffe, Kali und Uran, interessieren. Und die Uranvorkommen in Saskatchewan sind groß und von hoher Qualität, was sie sehr attraktiv macht. Sollte BHP mit der angestrebten Übernahme der Potash Corp. erfolgreich sein, könnte man eine gute Ausgangsposition erhalten, um vom Uranreichtumg Saskatchewans zu profitieren.

Sollten Anleger also Uran mehr Aufmerksamkeit widmen. Das kurzfristige Potenzial des strahlenden Metalls ist eher noch ungewiss. Auf mittel- und langfristige Sicht aber, könnte es sich durchaus lohnen, Uran und Uranfirmen auf dem Schirm zu haben. Wie es so schön heißt: Der frühe Vogel...



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