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Energie: Stabilisierung schreitet voran

15.06.2010  |  Frank Schallenberger (LBBW)

Preistrend zeigt wieder nach oben

Die Notierungen für Brentöl haben in den letzten Tagen weiter zugelegt. Insbesondere positiv aufgenommene Wirtschaftsdaten aus den USA und freundlichere Aktienmärkte haben dabei für steigende Preise gesorgt. Auch die wöchentlichen Lagerdaten der EIA fielen leicht bullish aus. Die US-Öllager nahmen zuletzt um 1,8 Mio. Barrel auf 361,4 Mio. Barrel ab und liegen aktuell fast genau auf dem Niveau des Vorjahres. Und schließlich scheint der massive Rückzug der Spekulanten aus dem Ölmarkt zunächst beendet zu sein. Nachdem die spekulative Longposition in nur 10 Wochen um 120.000 Kontrakte geschrumpft war, meldete die CFTC zuletzt wieder einen leichten Anstieg um knapp 2.000 auf 67.600 Kontrakte.

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Chinesische Ölimporte mit nachlassender Dynamik

Die Ölimporte ins Reich der Mitte lagen im Mai 4,3% über dem Vorjahr und erreichten durchschnittlich 4,2 Mio. Barrel pro Tag (mbpd). Die Dynamik hat damit deutlich nachgelassen. Dennoch nahmen die chinesischen Ölimporte in den ersten fünf Monaten des Jahres um knapp 30% zu. Zudem lag die Veränderungsrate der Importe in den letzten 14 Monaten in Folge über dem jeweiligen Vorjahreswert. Mit Blick auf die weiter solide chinesische Konjunktur dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis der bisherige Importrekord vom April (5,15 mbpd) übertroffen wird.

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Revisionen der Ölnachfrage 2010

Während die OPEC und die EIA ihre Schätzung für die Steigerung der Ölnachfrage im laufenden Jahr leicht nach unten revidiert haben (um 10.000 bzw. 70.000 bpd), hat die IEA ihre Prognose um 70.000 bpd erhöht. Wir gehen weiterhin von einer Nachfragesteigerung um knapp 2 mbpd bzw. 2,3% gegenüber dem Vorjahr aus. Dies dürfte bei einem relativ knappen Ölangebot der wesentliche Faktor sein, der die Ölpreise in den nächsten 12 Monaten auf ein Niveau von rund 85 USD ansteigen lassen sollte. Bei einem erwarteten Weltwirtschaftswachstum von über 4% im laufenden Jahr ist vor allem die Prognose der OPEC (Wachstum der Ölnachfrage um 1,1%) deutlich zu niedrig; aber auch bei der EIA (Wachstum +1,8%) dürften weitere Revisionen der Prognose vorprogrammiert sein.

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© Dr. Frank Schallenberger
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart





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