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Ausufernde Staatsschulden Haupttreiber für den Goldpreis

18.05.2010  |  Rainer Hahn

RTE Stuttgart - (www.rohstoffe-go.de) - Vergessen Sie die Finanzkrise oder den US-Dollar - laut den Experten von HSBC Securities wird der Goldpreis vor allem auf Grund der ausufernden Staatsverschuldungen weltweit weiter nach oben getrieben.

Allerdings weisen die Analysten darauf hin, dass es sich hier nicht um einen geradlinigen Prozess gehandelt habe. Denn als sich zum ersten Mal Sorgen in Bezug auf die Staatsverschuldung Griechenlands abzeichneten, hätten viel Anleger den "Sicheren Hafen" der US-Schatzbriefe aufgesucht. Das habe den Dollar steigen lassen und sogar dazu geführt, dass der Goldpreis sank.

Aber das dauerte nicht ewig an. Der Goldpreis begann, dem US-Dollar nach oben zu folgen, als die Schuldenkrise immer gewaltigere Ausmaße annahm. Das ist ein sehr seltenes Phänomen, doch die HSBC-Analysten führen aus, dass Gold und Dollar in Zeiten großer finanzieller Verwerfungen parallel laufen können.

Und als sich die Situation zu einer ausgewachsenen Krise steigerte, begannen die Anleger, auch Gold als Sicheren Hafen zu suchen, so HSBC Securities.

Die Experten weisen darauf hin, dass ein Großteil der Optionen, die den politischen Entscheidungsträgern der OECD zur Verfügung stehen, um die Schulden unter Kontrolle zu bringen (Währungsentwertung, niedrige Zinsraten, Stillhalten etc.) gut für den Goldpreis seien. Die Tatsache, dass diese Länder auch darauf vertrauen werden, dass die Entwicklungsländer ihre Budgetdefizite finanzieren, könnte nach Ansicht der Analysten zu geopolitischen Spannungen führen, was den Goldpreis ebenfalls treiben könnte.

Entsprechend hebt HSBC Securities die Prognosen an und erwartet nun für 2010 einen durchschnittlichen Goldpreis von 1.225 USD pro Unze, während man bislang von im Schnitt 1.150 USD ausging. Für 2011 rechnen die Experten mit durchschnittlich 1.025 USD je Unze nach zuvor 975 USD.