Atlantic will 62,5% an weltgrößter Vanadium-Mine
09.04.2010 | Hannes Huster (Goldreport)
Das Management von Atlantic (Frankfurt: A0J3C9, ASX: ATI) gab gestern bekannt, dass die Verhandlungen um die weltgrößte Vanadium-Lagerstätte Windimurra in Australien erfolgreich abgeschlossen wurden.
Bevor wir näher auf die genauen Strukturen und Vereinbarungen eingehen, möchten wir Ihnen kurz die Geschichte zu dieser Vanadium-Mine näher bringen.
Windimurra liegt rund 600 Kilometer nördlich von Perth und das Projekt hat eine sehr lange Historie. Die Entdeckung erfolgte in den 1960er Jahren und anschließend wurde die Mine vom Vorbesitzer zusammen mit XSTRATA im Jahre 1999 erfolgreich in Produktion gebracht. In 2003 wurde die Mine dann aufgrund der sehr niedrigen Vanadium-Preise wieder geschlossen. Bereits zu dieser Zeit wurden run 185 Millionen AUD in das Projekt investiert.
Im Jahre 2005 akquirierte die gleichnamige Windimurra Vanadium das Projekt. Anschließend wurde die vorhandene Ressource durch weitere Bohrungen erweitert und zuletzt konnte das Unternehmen eine Ressource von 176,59 Millionen Tonnen bei einem Durchschnittsgehalt von 0,46% Vanadium nachweisen. Damit beherbergt diese Mine über 800.000 Tonnen Vanadium! Eine Tonne wird aktuell bei rund 33.000 USD gehandelt. Damit wurde die Windimurra Mine zur größten bekannten Vanadium-Lagerstätte der Welt! Die geplante Jahresproduktion deckt 7% des weltweiten Angebotes ab.
Das Unternehmen wollte die Mine in Produktion bringen und hierfür wurden weitere hunderte Millionen AUD investiert. Die Produktionsaufnahme war für das 1. Halbjahr 2009 geplant und genau im Herbst 2008, zum Tiefpunkt aller Märkte, wurde weiteres Kapital benötigt. In dieser Zeit war es aber nahezu unmöglich am Markt Kapital einzusammeln und so ging Windimurra Vanadium Anfang 2009 in die Insolvenz! Das Projekt war zum damaligen Zeitpunkt 85-90% fertiggestellt.
Der Deal:
Atlantic gab heute bekannt, dass sich das Management mit der australischen Mineral Resources (ASX: MIN) darauf geeinigt hat, dass Atlantic einen Anteil von 62,50% an der Windimurra Vanadium-Mine erwirbt. Mineral Resources wird einen Anteil von 27,50% erwerben und die restlichen 10% verbleiben bei den Gläubigern der alten Firma.
Für die endgültige Fertigstellung der Mine wird der Kapitalbedarf auf 90 - 100 Millionen AUD geschätzt. Dieses Kapital soll nun mittels einer Kreditfinanzierung von Atlantic bereitgestellt werden. Auch eine Kombination aus Kredit und Vorabzahlungen für die Lieferung des Vanadiums sind denkbar.
+2.650% in einem Jahr
Windimurra hat eine lange Geschichte, die aufgrund der letzten Pleite des Betreibers natürlich auch Schattenseiten hat. Blicken wir aber auf die Bewertungen des ehemaligen Eigentümers zurück, so wird das Potenzial doch eindeutig.
Die Windimurra Vanadium Aktie stieg mit der Akquisition des Projektes in 2005 von rund 0,10 AUD innerhalb von 12 Monaten auf 2,75 AUD an. Eine Steigerung im Aktienkurs von 2.650%!
In der Spitze war das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 450 Millionen AUD bewertet und dies bei bestehenden Krediten von über 150 Millionen AUD.
Im Schnitt wurde das Unternehmen mit rund 300 Millionen AUD am Markt bewertet und namhafte Broker gaben noch weitaus höhere Kursziele für die Aktie an!
Chart Windimurra Vanadium von 2005 - 2009:
Nehmen wir den Durchschnitt der Bewertung von Windimurra Vanadium bei 300 Millionen AUD und legen dies auf den 62,50% Anteil von Atlantic um, so ergibt dies eine faire Bewertung von 195 Millionen AUD.
Atlantic hat zusammen mit Mineral Resources bereits einen genauen Operationsplan für die Produktion erstellt, der laut der heutigen Pressemitteilung sehr solide Ertragsdaten aufweist. Leider sind hier keine Details in die Öffentlichkeit gedrungen. Doch wir haben recherchiert und uns die Produktionsplanungen vom Vorbesitzer und auch die Schätzungen der Analysten genauer betrachtet.
Bei Produktion 40 Millionen USD Gewinn für Atlantic
Läuft die Produktion an, so wird im Schnitt mit einer Jahresproduktion von 5.000 Tonnen Vanadium kalkuliert. Bei einem aktuellen Preis von 33.000 USD würde dies einen Umsatz pro Jahr von 165 Millionen USD ergeben. Die Produktionskosten werden im Schnitt auf 20.000 USD je Tonne geschätzt.
Damit könnte aus der Mine ein Überschuss von 65 Millionen USD pro Jahr erwirtschaftet werden. Der Anteil an diesem Gewinn wäre dann für Atlantic gut 40 Millionen USD!
Legen wir den genannten Kapitalbedarf von 100 Millionen AUD zugrunde, so würden auf den Schultern von Atlantic 62,50 Millionen AUD liegen. Stimmt unsere Gewinnkalkulation, so würden 1,5 Jahre Produktion ausreichen, um den Kapitaleinsatz komplett zurückzubezahlen!
Derzeit wird Atlantic mit einer Marktkapitalisierung von unter 40 Millionen AUD gehandelt. Je nach Struktur der Finanzierung muss die Kreditrückzahlung einkalkuliert werden. Allerdings besteht hier auch die Möglichkeit eines Abnahmevertrages, den eigentlich auch das alte Unternehmen schon in trockenen Tüchern hatte.
Durch einen solchen Abnahmevertrag würde der künftige Käufer des produzierten Vanadiums eine Vorabzahlung für die Lieferung leisten und somit würde der Kreditbedarf für Atlantic geringer.
Der Vorstand Michael Minosora hat immer wieder bekundet, dass er an großen und profitablen Minen interessiert ist. Mit dem Kauf von 62,50% an der weltgrößten Vanadium-Mine hat er diese Strategie unterstrichen.
Für endgültige Ertragsschätzungen und Kalkulationen sind natürlich noch nicht genügend Daten vorhanden. Doch sollte unsere oben angeführte Berechnung halbwegs in die richtige Richtung gehen, so sind wir der festen Überzeugung, dass Atlantic in den kommenden 12 Monaten vor einer Kursvervielfachung steht!
Fazit:
Die Meldung ist da, doch die Reaktion beim Kurs der Aktie bleibt aus. Nach anfänglichen Gewinnen auf 0,033 AUD kam die Aktie im Tagesverlauf wieder zurück und ging bei 0,03 AUD aus dem Handel.
Aus diesem Handelsverlauf kann man nun verschiedene Schlüsse ziehen. Nachdem der Markt nicht positiv reagiert hat, scheinen einige kurzfristig orientierte Anleger verkauft zu haben. Auch ein großer Kaufdruck war leider noch nicht zu spüren.
Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Die erste wäre, dass Atlantic und Mineral Resources einen schlechten Deal gemacht haben und deshalb die Anleger so reagieren.
Die zweite ist, dass der Markt die Vereinbarung und Chancen noch nicht realisiert hat oder der kleinen Atlantic nicht zutraut, den Betrag für die Fertigstellung der Mine zu finanzieren.
Jeder kann nach den dargelegten Fakten entscheiden, ob die 850 Millionen Euro schwere MineralL Resources und Atlantic eine schlechte Entscheidung mit dem Kauf der weltgrößten Vanadium Mine getroffen haben oder ob es vielleicht eine der besten Kaufchancen der nächsten Monate ist.
Unsere Entscheidung ist klar!
Für uns besteht kein Zweifel, dass Atlantic die richtige Entscheidung getroffen hat. Die Mine ist bereits zu 85% fertiggestellt und nach unseren Berechnungen wurden mehr als 500 Millionen AUD in die Entwicklung dieser Weltklasse-Liegenschaft gesteckt.
Die Mine soll Anfang 2011 in Produktion gehen und wir rechnen mit einem jährlichen Output von 5.000 Tonnen Vanadium.
Dass die Reaktion am Markt heute ausgeblieben ist, mag zwar auf den ersten Blick enttäuschend sein, doch wir sehen dies als geniale Einstiegs- und Zukaufchance bei Kursen um 0,03 AUD oder 0,021 Euro.
Wir erneuern hiermit unsere Kaufempfehlung für Atlantic Ltd. (Frankfurt: A0J3C9, ASX: ATI) und den Atlantic Optionsschein (WKN: A0Z9R3, ASX: ATIO). Wir raten zum Kauf der Aktie bis 0,033 AUD oder 0,023 Euro. Der Optionsschein kann bis 0,025 AUD gekauft werden!
© Hannes Huster
Quelle: Auszug aus Der Goldreport