Überschuss am Zinkmarkt schrumpft
23.03.2010 | Sven Streitmayer (LBBW)
Seitwärtstrend an LME und Co. weiterhin intakt
An den internationalen Metallbörsen setzte sich der seit Anfang des Monats etablierte Seitwärtstrend zuletzt weiter fort. Kupfer und Aluminium notierten nach einer denkbar unspektakulären Handelswoche nahezu unverändert bei 7.414 bzw. 2.238 USD/t. Dagegen präsentierte sich der Nickelpreis erneut weitgehend unabhängig vom allgemeinen Metallmarktgeschehen und legte um rund 3% auf 22.431 USD/t zu. Damit liegt das zur Edelstahlherstellung verwendete Metall bereits wieder in unmittelbarer Reichweite des Anfang März markierten 20-Monatshochs.
Als Impulsgeber fungieren derzeit nach wie vor die regen Fondsaktivitäten, welche etwa in der hohen Netto-Long-Position der Investoren am USKupfermarkt zum Ausdruck kommen (vgl.hier). Ohne nennenswerten Einfluss bleibt dagegen die anhaltende Dollarstärke. Nach der über weite Strecken engen Korrelation von Metallpreisen und EURUSD haben sich Kupfer und Co. seit Jahresbeginn deutlich von der Währungsentwicklung abgekoppelt.
China: Verschärfte Importregeln für Metallschrott
Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters hat die chinesische Zollbehörde die Dokumentationspflichten für den Einfuhr von Metallschrott verschärft. Die zum 1. April in Kraft tretende Regelung sieht einen detaillierten Ausweis von Metallgehalt und –qualität nach internationalen Standards in den Zollunterlagen vor, was die Umgehung von Einfuhrzöllen erschweren soll. In Anbetracht der bislang eher laxen Handhabung könnte dies die Importnachfrage Chinas nach Metallschrott durchaus kurzfristig dämpfen und eine Substitution zugunsten der Rohmaterialien auslösen.
Zink-Marktüberschuss kräftig geschrumpft
Wie der jüngste Monatsbericht der International Lead and Zinc Study Group zeigt, macht sich die fortschreitende Konjunkturerholung in Kombination mit dem deutlichen Zuwachs der globalen Stahlproduktion zunehmend in der Zinkmarktbilanz bemerkbar. Im Januar betrug der Angebotsüberschuss nach ILZSG-Angaben rund 72.000 t und damit nur noch die Hälfte des entsprechenden Vorjahreswertes. Dabei verzeichnete der Zinkmarkt sowohl auf der Angebotsseite (Minen- und Raffinerieproduktion jeweils +20% ggü. Vorjahr), wie auch auf der Nachfrageseite (+36%) ein dynamisches Wachstum. Im Gesamtjahr 2010 wird der Weltmarkt für Zink u.E. aber dennoch erneut einen Überschuss von über 200.000 t ausweisen. Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass der Zinkpreis trotz offensichtlicher Nachfragebelebung seit Jahresbeginn um gut 10% gefallen ist.



© Sven Streitmayer
Commodity Analyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
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