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Agrar: Preisrückgang durch stärkeren Dollar

07.12.2009  |  Manfred Wolter (LBBW)

Ein paar Softs im Plus, ansonsten überwiegt Druck

Während die Industriemetallpreise die klare Erwartung einer weiteren globalen Konjunkturerholung reflektieren und gleich die ersten drei Plätze der Performancetabelle belegen (Aluminium 5,7%, Zink 8%), lagen die Werte des Agrarsektors im Wochenvergleich mehrheitlich im Minus. Aber auch die positiven Ergebnisse der Futures für Kakao (3,6%) und Arabica (2,1%) erhielten am Freitag mit einem festeren USD einen Dämpfer. Auf dem Getreidesektor erlitt der Sojabohnen Future nicht ganz so deutliche Verluste wie diejenigen für Weizen (-2,2%) und Mais (-5,9%), da China - wie schon so oft in den letzten Wochen - erneut auf Einkaufstour ging und am Freitag in den USA weitere 232.000 t Sojabohnen zur Lieferung im laufenden Erntejahr orderte.

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Weltbank warnt vor steigenden Nahrungsmittelpreisen

Robert Zöllick, Präsident der Weltbank, warnte am Freitag vor den preistreibenden Konsequenzen hoher Überschussliquidität an den globalen Märkten. Insbesondere in Kombination mit eher dürftigen Alternativen (Renditen) hat das vergangene Jahr gezeigt, welche Exzesse in engen Märkten an der Preisfront möglich sind. Aber die FAO als Organisation der Vereinten Nationen erwartet auch im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2018 für den Getreidesektor reale Preissteigerungen zwischen 10% und 20% im Vergleich zu den Jahren 1997 bis 2006, bei Speiseöl mehr als 30%. Hinter vielen Engpässen des Nahrungsmittelbereichs werden die seit Jahrzehnten fallenden Farm Investitionen als Hauptursache vermutet. Für eine Umkehr dieses Trends werden jährliche notwendige Investitionen in Höhe von 44 Mrd. USD in den Entwicklungsländern geschätzt.

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Globales Kakaodefizit erwartet

Anthony Ward, einer der Gründer des Rohstoffhandelshauses Armajaro, befürchtet für das laufende Erntejahr 2009/2010 erneut ein deutliches globales Produktionsdefizit von ca. 100.000 t oder knapp 3%. Bei Entfaltung mehrerer potenzieller Belastungsfaktoren könne sich diese Zahl jedoch problemlos verdoppeln. Sollte der Harmattan, ein Wüstenwind während der Trockensaison, intensiv ausfallen, könnten die Kakaopreise in den kommenden sechs Monaten bis zu 50% steigen (im Oktober bereits auf einem 30-Jahreshoch bei 3.439 USD an der ICE). Ein so erhöhtes Preisniveau über mindestens 24 Monate wäre aber vermutlich Voraussetzung für neue größere Strukturinvestitionen.

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© Manfred Wolter
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart





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