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Industriemetalle: Korrektur nach neuem Jahreshoch

03.11.2009  |  Sven Streitmayer (LBBW)

Metalle korrigieren, Notenbank-Woche voraus

An den zentralen Metallmärkten ging es in der vergangenen Handelswoche gesammelt abwärts. Zwar gab es noch am Montag neue Jahreshöchstände zu vermelden (Kupfer 6.675 USD/t, Zink 2.331 USD/t). Im weiteren Wochenverlauf konnten sich LME & Co. den Belastungen aus Dollarerholung (EURUSD: -2%), Ölpreisrückgang (Brent: -2%) und Aktienmarktverlusten (S&P 500: -4%) jedoch nicht mehr länger entziehen und drehten entsprechend in negatives Terrain. Per saldo stand für Kupfer, Aluminium und den Basismetallindex LMEX jeweils ein Minus von rund 3% zu Buche. Nickel und Zink ermäßigten sich um 4% bzw. 5%.

Neben den Zinsentscheiden der US-Notenbank Fed (Mi), der EZB und der BoE (Do) steht in der neuen Woche eine regelrechte Flut wichtiger Konjunkturzahlen auf der Agenda. Bereits am Sonntag veröffentlichte China den offiziellen Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe, welcher im Oktober zum achten Mal in Folge oberhalb der Expansionsschwelle von 50 lag (55,2 nach 54,3). Weitere Impulse für das Handelsgeschehen an den Metallmärkten dürften der amerikanische ISM-Index am heutigen Montag, die US-Autoverkäufe für Oktober (Di) sowie die US-Arbeitsmarktdaten (Fr) liefern.

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Finanzinvestoren wetten auf Kupferpreisanstieg

Das Sentiment unter den Großanlegern ist umgeschwenkt. Waren Hedge Fonds und andere spekulative Metallmarktteilnehmer in den USA bis zuletzt mehr oder weniger neutral positioniert, hat sich in den vergangenen beiden Wochen ein zunehmender Optimismus innerhalb der Finanzinvestoren breit gemacht. So haben diese ihre Netto-Long-Position am US-Kupfermarkt von knapp 1.700 auf über 9.000 Kontrakte aufgestockt. Dies ist der höchste Wert seit 18 Monaten und entspricht etwa 100.000 t mit einem rechnerischen Marktwert von 660 Mio. USD. Aus unserer Sicht setzen die Spekulanten derzeit v.a. auf drohende Angebotsunterbrechungen i.V.m. verschiedenen Tarifauseinandersetzungen in chilenischen Kupferminen (Spence, Jahreskap. 200.000 t).

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Chinas Kupferimporte im September erneut stark

Die chinesische Handelsstatistik für den Import und Export von raffiniertem Metall im September wies erneut überdurchschnittlich hohe Einfuhrzahlen aus. Überraschend war insbesondere der Anstieg der Kupferimporte um knapp 30% ggü. dem Vormonat auf rund 290.000 t (+150% Y/Y). Die übrigen Metalle bestätigten den rückläufigen Trend aus den Vormonaten und zeigen damit bereits die von uns erwartete Normalisierung der Importnachfrage.

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© Sven Streitmayer
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart





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