Kupfer - Das “rote Metall“ steigt und steigt …
18.08.2009 | Gabor Vogel (DZ Bank)
Kupfer und das vergebliche Warten auf einen Preisrücksetzer. Im letzten RS-Fokus haben wir unsere Kupferprognose vor dem Hintergrund der sich allmählich verbessernden fundamentalen Situation deutlich erhöht. Zuletzt fielen sogar einige “harte“ Makro-Indikatoren, wie das BIP-Wachstum in den USA, besser als erwartet aus. 
Wir rechnen damit, dass sich die Kupfernachfrage auch innerhalb der OECD-Länder stabilisieren wird. Zwar gehen wir davon aus, dass die Basismetalle ihren zyklischen Tiefpunkt im Frühjahr 2009 bereits gesehen haben, jedoch sollte der Anleger die Nachhaltigkeit des rasanten Preisanstiegs hinterfragen.
Unseres Erachtens hängt die Kupferpreisbewegung an einem “seidenen chinesischen Importfaden“. China importierte im Juni mit 378 Tsd. Tonnen soviel Kupfer wie noch nie zuvor. Die Importe lagen über 400%(!) über dem Vorjahreswert. Wir prognostizieren für das 3Q2009 eine deutliche Importnachfrageabkühlung im Reich der Mitte. Im Juli indes könnten die Importdaten noch einmal positiv überraschen, da einige Kupferproduzenten wegen des reduzierten sekundären Kupferangebots auf Kupferimporte (Primärkupfer) zurückgreifen werden. 
Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, das Kupfer kurzfristig oberhalb von der “6000er-Marke“ bleibt. Allerdings gehen wir im Laufe des 3Q09 von einem Kupferpreisrücksetzer aus, da die sich stabilisierende Kupfernachfrage innerhalb der OECD-Länder noch nicht ausreichen wird, um die rückläufige Importaktivität Chinas auszugleichen. Für das 4Q2009 prognostizieren wir einen durchschnittlichen Kupferpreis von 5.750 USD/Tonne (zuvor 5.500).
© Gabor Vogel, MBA
Senior-Rohstoffanalyst, DZ BANK AG