Tendenzen bei Baumwolle
02.07.2007 | Jens Rabe
Bei dem am Freitag gesehenen Ausbruch aus der Tradingrange nach oben könnte es sich bei näherer Betrachtung um eine Bullenfalle handeln. Die Preise waren am Freitag aufgrund der vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium herausgegebnen Meldung über die Anbaufläche 2007 nach oben ausgebrochen. Da die Fläche ca. 600.000 acre kleiner als erwartet ausfiel, wurde diese Meldung von den Börsen mit einem Anstieg in den Preisen (+3,6%) zur Eröffnung aufgenommen. Zu Börsenschluss mussten die Preise dann allerdings schon wieder abgeben und schlossen rund 1,6% unter den Tageshöchstpreisen und unter der Eröffnung. Charttechniker definieren solche Bewegungen gern als Trendumkehrtage.
Ein mittelfristiger Chart zeigt, dass die Preise genau an das Hoch au dem Jahr 2004 gelaufen sind.
Die Commercials haben in der abgelaufenen Woche ihre Netto-Shortpostion nochmals vergrößert und erreichen damit ein Niveau welches zuletzt im Oktober 2003 gesehen wurde.
Die trendfolgenden Fonds besitzen ebenfalls eine Rekordposition, aber naturgemäß auf der Longseite. Die Kleinanleger sind mit über 12k Kontrakten long. Im Dezember 2006 sowie im März 2006 waren die Kleinanleger jeweils mit 10k bzw. knapp 14k Kontrakten long. Beide Male erfolgten diese Positionierungen an temporären Hochpunkten.
Seit Mai ist Baumwolle entgegen seinem üblichen saisonalen Muster angestiegen. Dieses Verhalten konnte allerdings zuletzt auch im Weizen und im Sojakomplex beobachtet werden. Der typische saisonale Verlauf wäre eine Abwärtsbewegung vom Frühjahr bis in den Herbst hinein. 
In den von mir beobachteten Indikatoren liegen auf Tagesbasis keine Divergenzen vor, allerdings sind solche Divergenzen in den Wochencharts erkennbar.
Im Vergleich der beiden umsatzstärksten Monate Dezember 07 (CTZ7) und März 08 (CTH8) lässt sich eine minimale bessere Performance im Dezemberkontrakt feststellen.
Fazit
Die Bewegung am Freitag auf ein neues Jahrshoch muss natürlich zuerst einmal positiv für die weitere Preisentwicklung gewertet werden, da ein neues Jahreshoch technisch orientierte Käufer anziehen sollte.
Aufgrund der bereits sehr starken Longpositionierung sowohl der Fonds als auch der Kleinanleger dürfte es allerdings schwer werden, neue Käufer zu finden. Der Widerstand welcher aus dem Hoch des Jahres 2005 resultiert, könnt zudem bereits länger investierte Händler dazu animieren, Gewinne mitzunehmen.
Die nächste charttechnische Hürde liegt im Bereich um 66 Cent. Ob aber angesichts der hier aufgeführten Argumente eine Bewegung von nahezu 14% für die Bullen machbar ist, erscheint zweifelhaft. Die Bewegung am Freitag könnte somit viel eher ein ….buy the rumor, sell the fact… einläuten.
© Jens Rabe
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